Zweite Liga

Unions Kroos stichelt schon gegen Hertha

Felix Kroos hat mit Union in der Alten Försterei noch kein Spiel verloren. Und der Kapitän redet bereits vom Derby gegen Hertha BSC.

Felix Kroos hat seinen schweren Start in die Saison spätestens mit den guten Leistungen in der Rückrunde vergessen lassen

Felix Kroos hat seinen schweren Start in die Saison spätestens mit den guten Leistungen in der Rückrunde vergessen lassen

Foto: City-Press / picture alliance / City-Press Gb

Berlin.  Der 1. FC Union macht sich keinen Druck im Aufstiegsrennen? Zumindest Felix Kroos (25) zweifelt offenbar nicht daran, dass es bald ein Bundesliga-Derby gegen Hertha BSC gibt. "Je schneller, desto besser" will der Kapitän des Berliner Fußball-Zweitligisten den Sprung ins Oberhaus schaffen, so jedenfalls wird er in der "Sport-Bild" zitiert.

Eine Intention des Mittelfeldspielers für diese Aussage ist klar: Jetzt bloß nicht nachlassen, nachdem die Rückrunde mit 13 von 15 möglichen Punkten bislang so überragend gestaltet wurde und mit einem Sieg am Freitag gegen die Würzburger Kickers (18.30 Uhr, Alte Försterei) auch fortgeführt werden soll.

Und obwohl der Aufstieg noch in weiter Ferne ist, schickt Kroos bereits die erste Stichelei in Richtung des Erstligisten. "Ich würde mich jetzt auch nicht zu Hertha ins Stadion setzen und mir dort ein Spiel anschauen", lässt Kroos mit Blick auf die Atmosphäre im oft zu leeren Olympiastadion wissen. Im Umkehrschluss meint dies: Die Stimmung in der kleineren und deshalb stets prall gefüllten Alten Försterei ist um einiges besser, weshalb Kroos seinen Bruder und Weltmeister Toni Kroos (27) ultimativ aufgefordert hat, eine Union-Heimpartie zu besuchen: "Es ist längst überfällig, dass er zu einem Spiel von uns kommt."

Der Kapitän ist sich für eine Grätsche nicht zu schade

Sowohl die Einladung an den Profi von Real Madrid als auch die kleine Spitze in Richtung Westend belegen, wie stark das Selbstvertrauen bei Felix Kroos gestiegen ist.

Längst vergessen sind die quälenden Tage des vergangenen Sommers, als der gebürtige Greifswalder im Trainingslager in Österreich auf einem Nebenplatz Einzeleinheiten absolvieren musste wegen muskulärer Probleme. Und der Blick immer wieder sehnsüchtig zu den Teamkollegen ging, die den Spielstil von Trainer Jens Keller eingetrichtert bekamen. Vorbei sind seine in der Saisonfrühphase durchwachsenen Auftritte, die meist mit einer Auswechslung endeten.

Kroos geht bei Union inzwischen voran, in jedem Spiel. Sei es mit seinen präzisen Pässen, seinem guten Laufspiel oder seiner Übersicht – der Kapitän ist da, wenn er gebraucht wird. Und selbst für die eine oder andere Grätsche im Mittelfeld ist er sich nicht zu schade, um dem Gegner den Schwung zu nehmen. "Das gehört doch dazu", sagte Kroos nur lapidar.

Kroos erlebte 13 Siege und drei Remis in der Alten Försterei

Vor allem ist der Blondschopf aber eines: Unions Garant für erfolgreiche Heimspiele. Denn wenn Kroos auf dem Platz stand, hat Union noch kein Spiel vor heimischem Publikum verloren. Seit Januar 2016 trägt er das Union-Trikot, erst als Leihspieler von Werder Bremen, seit Sommer als Festangestellter in Köpenick mit einem Vertrag bis 2019.

Die Bilanz: 13 Siege, drei Unentschieden, 34:9 Tore. Bei Unions einziger Heimpleite in dieser Spielzeit (0:1 gegen Düsseldorf) bekam Kroos eine Pause verordnet nach dem kräftezehrenden Pokalspiel in Dortmund (0:3 im Elfmeterschießen).

Apropos Druck: Den gibt Kroos flugs an die Konkurrenz weiter. "Den Druck, sofort aufsteigen zu müssen, haben wir nicht", sagte er. Er will wie seine Teamkollegen auf dem Boden bleiben, "deshalb müssen wir uns jetzt auch nicht erden". Der Traum vom Derby ist ja auch nicht verboten.

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