Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus, das gilt auch für Sandhausen. Die Partie des heimischen SV gegen den 1. FC Union am Sonntag im Hardtwaldstadion ist für die Sandhäuser ein solches Großereignis. Gegen den Berliner Fußball-Zweitligisten wird der neue Vip-Turm neben der Haupttribüne in Betrieb genommen.

Die Wahrscheinlichkeit, dass die Sponsoren der Baden-Württemberger am ersten Advent auch etwas zu feiern bekommen, ist recht hoch. Denn vor dem 14. Spieltag ist Sandhausen viertstärkste Kraft im Bundesliga-Unterhaus (14 Punkte). Nur die Aufstiegskandidaten Braunschweig (19), Stuttgart und Hannover (beide 15) sind besser. Wer hätte das gedacht.

Jens Keller, Unions Trainer, jedenfalls nicht. „Das ist schon überraschend“, sagte der Coach, der am Donnerstag seinen 46. Geburtstag feierte. Überraschend, weil man Sandhausen ob des wenig klangvollen Namens eher nicht auf der Rechnung hat.

Trainerwechsel und zwei schmerzhafte Abgänge

Und weil der Klub vor dem Start in sein fünftes Zweitligajahr einige Veränderungen zu überstehen hatte. Trainer Alois Schwarz wechselte überraschend zum 1. FC Nürnberg, für ihn übernahm Kenan Kocak. „Außerdem haben sie mit Aziz Bouhaddouz und Florian Hübner zwei wichtige Spieler abgegeben“, wie Union-Coach Keller feststellte.

Stürmer Bouhaddouz schloss sich dem FC St. Pauli an, Innenverteidiger Hübner wechselte zu Bundesliga-Absteiger Hannover. „Doch man sieht, was möglich ist, wenn man geschlossen auftritt in der Zweiten Liga“, sagte Keller zur Sandhäuser Heimstärke: „Und offensichtlich können sie dies auch wieder so umsetzen.“

Union wird einen ähnlichen couragierten Auftritt brauchen wie in den letzten 35 Minuten gegen Stuttgart. Dabei nicht helfen kann Raffael Korte. Der Mittelfeldspieler, der im Test gegen Chemnitz (3:1) am Dienstag erst ein Comeback nach seinem Kreuzbandriss gefeiert hatte, fällt wegen eines Nasenbeinbruchs aus. Die Verletzung, im Training erlitten, wurde operiert, Korte hat zwei Wochen Sportverbot.