Seine Augen offenbarten dieses kurze Glitzern als untrügliches Zeichen dafür, dass etwas geschehen ist, was einem gefällt. Also sagte Jens Keller, der Trainer des 1. FC Union, als er sich seinem Pult im Presseraum näherte: „Kaffee ist auch schon da. Es läuft.“ Das mag für das koffeinhaltige Heißgetränk durchaus gelten, für den bisherigen Saisonverlauf des Berliner Fußball-Zweitligisten gilt es nur bedingt.

Klar, da ist der Sprung in die zweite Runde des DFB-Pokals, für Union wahrlich nichts Alltägliches. „Ein Heimspiel wäre schön“, sagte Keller, vor der Auslosung. Es wurde dann ein Auswärtsspiel, das Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff den Berlinern bescherte, dazu noch bei Borussia Dortmund, wo die Chancen nicht gerade sehr gut stehen. Einen Wunschgegner hatte der Coach der Köpenicker nicht. „Es kommt doch ohnehin immer anders“, so Keller.

Dies wiederum kann fast uneingeschränkt auch über die bisherigen Auftritte seiner Mannschaft gesagt werden. Die Partien in Bochum und gegen Dresden waren durchaus ordentlich für einen Saisonstart, die Ergebnisse mit 1:2 und 2:2 hingegen nur höchst mäßig. Im Pokal in Duisburg war Unions Leistung nicht wirklich zweitligareif. Am Ende stand ein 2:1 nach Verlängerung.

Für die zweite Reihe reicht es noch nicht

Was auffällt: Von verletzungsbedingten Änderungen einmal abgesehen, vertraute Keller bislang immer der gleichen Anfangself. Dies lässt zweierlei Deutungen zu. Zum einen setzt Keller – anders als so oft in den vergangenen beiden Jahren – darauf, dass es kurz über lang seine Mannschaft sein wird, die dem Gegner das Spiel aufdrückt, anstatt sich an ihm zu orientieren.

Zum anderen lässt sich daraus ableiten: Den Profis in der zweiten Reihe fehlt (bislang) die Qualität, um ihren Teamkollegen einen Stammplatz streitig zu machen. Christopher Quiring, Eroll Zejnullahu (Keller: „Er ist ganz dicht dran“), Emanuel Pogatetz oder auch Michael Parensen dürfen sich vor allem angesprochen fühlen.

„Mit dem Großteil bin ich auch zufrieden“, machte Keller deutlich. Auch darüber, dass die Eingewechselten vor allem in Duisburg für frischen Schwung gesorgt haben. „Alle sind physisch topfit“, erklärte Keller, „aber ich muss auch erwarten, dass man etwas bewegt, wenn man von der Bank kommt.“ Offenbar scheint nun der Zeitpunkt gekommen, an der Startelf doch ein wenig zu justieren. Denn mit Blick auf die Partie am Sonntag bei Arminia Bielefeld sagte der Union-Trainer auch: „Die Überlegungen gehen schon dahin, schließlich haben viele in der vergangenen Saison noch nicht so viele Spiele hintereinander absolviert.“

Köpenicker haben offenbar zwei Offensivspieler im Blick

Neue Konkurrenz für den derzeitigen Kader könnte es zudem geben. Nicht umsonst war Keller zu Wochenbeginn noch einmal unterwegs, um sich mögliche Verstärkungen anzuschauen.

Namen wie Stürmer Florian Jozefzoon (25) vom PSV Eindhoven werden genannt, der laut der niederländischen Zeitung „De Telegraaf“ ein Angebot von Union hat, oder auch Linksaußen Sebastian Kerk (SC Freiburg).

Namen, auf die Keller zwar nicht näher einging, dennoch verriet der 45-Jährige mit Blick auf das Ende der Transferperiode am 31. August: „Noch ist das Transferfenster offen. Und wenn wir die Möglichkeit haben, noch Qualität hinzuholen zu können, werden wir das auch tun. Wir wollen noch etwas machen, aber ob das bis Mittwoch klappt, wissen wir natürlich nicht.“ Ein Glitzern in seinen Augen suchte man hierbei übrigens vergeblich.