Ein Elfmeterschießen hat er nicht üben lassen. Jens Keller, der Trainer des 1. FC Union, hält einfach nichts davon. „Im Training macht ihn jeder rein. Aber im Spiel ist es dann doch schon eine ganz andere Drucksituation“, erklärte Keller. Eine Drucksituation, die der Berliner Fußball-Zweitligist in der ersten Runde des DFB-Pokals am Sonntag beim MSV Duisburg (15.30 Uhr, Sky) gern verhindern möchte. Der Druck, der auf den Köpenickern lastet, ist ohnehin schon groß genug
Union und der nationale Cupwettbewerb – das ist die Geschichte keiner Freundschaft. Sieben Mal in den vergangenen neun Anläufen scheiterten die Köpenicker in Runde eins. Vergangenheit, die Keller bei seinem ersten Pokalauftritt mit Union unter allen Umständen ausgeblendet wissen will. „Das sind Dinge, mit denen ich mich nicht beschäftige. Wir sind hierhergekommen, um neue Akzente zu setzen“, machte der Coach deutlich.
Dass trotz der Neuerungen und Veränderungen im Team Unions Pokalauftritt unter dem gleichen schlechten Stern steht wie in den Jahren zuvor, entbehrt allerdings nicht einer gewissen Ironie. Denn angesichts von gerade einmal einem Punkt aus den ersten zwei Ligaspielen darf sich Union in Duisburg vieles erlauben – nur kein Ausscheiden, sonst wäre der Fehlstart perfekt. Wieder einmal, muss man hinzufügen.
Schönheim wird in Duisburg fehlen
Magere Punktausbeute, unbequeme Pokalhürde, dazu bereits vier Gegentore in zwei Spielen – geht es tatsächlich schon wieder los? „Nix geht los“, gibt sich Stürmer Steven Skrzybski trotzig angesichts der Defensivfehler. Wie Union diese abstellen will? „Wir werden das aufarbeiten, und man wird es dann in den nächsten Spielen sehen“, so Skrzybski. Nicht dabei helfen kann Fabian Schönheim. Der Innenverteidiger wird die Reise nach Duisburg wegen Rückenproblemen gar nicht erst antreten. Emanuel Pogatetz und Roberto Puncec sind die Ersatzkandidaten. Auch Stürmer Philipp Hosiner ist wegen seines Muskelfaserrisses noch nicht dabei.
Eine Rotation, wie bei Profiklubs schon mal möglich (vor allem auf der Torhüterposition), wird es nicht geben. Denn Keller prophezeit seiner Mannschaft „ein hartes Stück Arbeit. Duisburg hat, obwohl sie abgestiegen sind, immer noch eine Zweitliga-Mannschaft. Und sie sind gut in die Saison gestartet“ – mit acht Punkten nach zwei Siegen und zwei Unentschieden.
Union dürfte also gewarnt sein, den Gegner auch nur im Ansatz zu unterschätzen. „Das gibt es heutzutage ohnehin nicht mehr“, ist sich Keller sicher, „dafür sind alle Mannschaften zu fit und technisch zu gut geschult.“ Folglich kann es für die Köpenicker keine Alternative zu einem Weiterkommen geben. Selbst wenn dieses erst im Elfmeterschießen gelingen sollte.


