Zweite Liga

Union hat die größte Baustelle erst noch vor sich

Union-Boss Dirk Zingler (r.) und Sascha Lewandowski, der Trainer des Zweitligisten, gehen optimistisch in die zweite Saisonphase

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Union-Boss Dirk Zingler (r.) und Sascha Lewandowski, der Trainer des Zweitligisten, gehen optimistisch in die zweite Saisonphase

Mit Verteidiger Pogatetz hat Union kurzfristige Hilfe gefunden. Um oben angreifen zu können, fehlt jedoch ein schlagkräftiges Team.

Berlin.  Wenn es etwas gibt, dass man mit den ersten vier Monaten seiner Trainertätigkeit beim 1. FC Union in Verbindung bringt, dann ist es die Nachdenklichkeit, die Sascha Lewandowski an den Tag legt. Bei jedem Training, vor jedem Spiel – und zur Gesamtsituation des Berliner Fußball-Zweitligisten.

"Anfang Januar weiß ich, in welche Richtung wir hier arbeiten", hatte Lewandowski vor der Winterpause gesagt. Seit Montag ist der Weg der Köpenicker klarer denn je vorgegeben, seit der Bekanntgabe, dass Helmut Schulte ab Februar Leiter der Lizenzspielerabteilung , sprich Sportdirektor, werden wird. Mit ihm soll es dann endlich Richtung Bundesliga gehen.

Union hatte wohl nie mehr Kompetenz im sportlichen Bereich als nun mit Lewandowski und Schulte. "Beide haben den Auftrag, alle Maßnahmen zu ergreifen, die notwendig sind, um uns sportlich voran zu bringen", erteilte Klubchef Dirk Zingler dem Duo einen klaren Auftrag.

Dreijahresplan soll eingehalten werden

Zugleich hält der Union-Boss am Dreijahresplan fest, der mit der Entlassung von Trainer Uwe Neuhaus 2014 begann und mit Lewandowski-Vorgänger Norbert Düwel sowie Schulte-Vorgänger Nico Schäfer umgesetzt werden sollte. Bis 2017 soll Unions Mannschaft zumindest höheren Zweitliga-Ansprüchen genügen, im besten Fall den Aufstiegstraum erfüllen.

Die Kurskorrektur in der sportlichen Führung war unumgänglich, da es Union nicht gelang, nach der Neuhaus-Entlassung einen adäquaten Ersatz für den Posten des Teammanagers nach englischem Vorbild zu finden. Düwel war mit der Personalunion Trainer/Manager überfordert. Und Lewandowski ließ vielsagend wissen: "Ich bin kein Manager oder Sportdirektor."

Damit bleibt nur eine, wenngleich die wichtigste Baustelle: die Entwicklung einer schlagkräftigen Mannschaft. Dass Lewandowski sich nun voll und ganz auf sein Team konzentrieren kann, darf als Vorteil gewertet werden. Am Mittwoch um 14.30 Uhr starten die Köpenicker in die Vorbereitung auf die restlichen 15 Partien einer bislang verkorksten Saison. Dann spielt mit dem Dänen Jakob Busk auch ein Torwart vom dänischen Erstligisten FC Kopenhagen zur Probe vor. Zuletzt war der 22-Jährige an Norwegens Erstliga-Absteiger Sandefjord Fotball ausgeliehen.

Transferperiode endet am 1. Februar

Welche Veränderungen es bis zum Ende dieser Transferperiode am 1. Februar, 18 Uhr, im Kader aber tatsächlich geben wird, ist unklar. Das liegt zum einen am Union-typischen Konstrukt, Schäfer noch bis Ende Januar weiterarbeiten zu lassen. Wobei es kein Geheimnis sein dürfte, dass Schulte mit seiner Tätigkeit nicht erst ab Februar beginnen wird.

Zum anderen ist die qualitative Verbesserung der Mannschaft im Winter immer schwierig. Spieler, die wirklich weiterhelfen können, stehen meist unter Vertrag bei anderen Klubs. Und jene Profis, die zu haben sind, haben bei anderen Vereinen oft nur auf der Bank gesessen oder können die Güte des kickenden Personals nur unzureichend erhöhen.

Und wenn Union etwas nicht braucht, dann sind es Spieler, die erst eine lange Eingewöhnungszeit benötigen. "Entweder gibt es Lösungen, von denen wir überzeugt sind. Oder wir machen etwas, nur um etwas zu machen. Doch das wollen wir nicht", sagte Trainer Lewandowski: "Kaderzusammenstellung hat auch immer mit Überzeugung zu tun."

Pogatetz soll Innenverteidigung stärken

Von Emanuel Pogatetz scheint man an der Alten Försterei überzeugt zu sein – jedenfalls bis zum Saisonende. Der 32 Jahre alte Innenverteidiger wechselt für die verbleibenden 15 Spiele zu Union. In der vergangenen Saison war der ehemalige österreichische Nationalspieler und frühere Bundesliga-Profi (Hannover, Wolfsburg, Nürnberg) in der Major League Soccer bei Columbus Crew SC aktiv, kam jedoch nur auf 19 Einsätze.

"Wir haben für die Innenverteidigung jemanden gesucht, der uns sofort weiterhelfen kann. Emanuel Pogatetz hat die dafür notwendigen Qualitäten bereits nachgewiesen", kommentierte Schäfer eine seiner letzten Amtshandlungen bei Union.

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