Schweißnasse Hände? Ein flaues Gefühl im Magen? Herzklopfen? Was genau Maximilian Mittelstädt (19) beim Anblick der TV-Bilder aus Dortmund empfunden hat, weiß nur er selbst, aber Wohlbehagen wird es nicht gewesen sein.
Für das Hertha-Talent war der Blick auf den Fernseher ja womöglich auch ein Blick in die Zukunft. Sollte Linksverteidiger Marvin Plattenhardt (Grippe) weiterhin ausfallen, wird Mittelstädt im DFB-Pokal am Mittwoch wohl auf Ousmane Dembélé treffen, jenen pfeilschnellen Flügelspieler des BVB, dem selbst das Hochgeschwindigkeitsteam RB Leipzig nicht zu folgen vermochte.
Souveräner als noch gegen Mönchengladbach
Schweißnasse Hände, ein flaues Gefühl im Magen, Herzklopfen – das alles hatte Mittelstädt auch am frühen Sonnabendnachmittag erlebt, kurz vor seinem zweiten Startelfeinsatz in dieser Bundesligasaison gegen Ingolstadt. „In der Kabine bin ich immer noch nervös“, sagte er nach seinem erst sechsten Profi-Spiel, für das ihm Trainer Pal Dardai die „Note eins“ gab.
„Der Junge hat ohne Fehler verteidigt“, lobte Herthas Chef- Coach, „er hat gespielt wie ein erfahrener Profi.“ Tatsächlich hinterließ das Eigengewächs am Sonnabend einen souveränen Eindruck, wirkte selbstsicherer als noch im November gegen Borussia Mönchengladbach.
Keine Furcht vor dem schnellen BVB
Wie aufregend das Abenteuer Bundesliga für ihn ist, zeigte sich erst nach Abpfiff. Während seine Kollegen routiniert in die Kabine marschierten, suchte der Linksfuß auf der Tribüne Freunde und Familie, holte sich auf den Rängen ein handgemaltes Transparent ab. Mittelstädt, Hertha-Fan seit Kindertagen, lebt seinen Traum. Und gibt sich selbstbewusst. „Wenn Platte nicht fit wird“, sagte er mit Blick auf das Pokalspiel, „bin ich auch für den BVB bereit – das wäre ein Highlight.“
Mittelstädt ist ein Musterbeispiel dafür, wie Dardai Herthas Talente peu à peu ans Profiteam heranführt. Mit Jordan Torunarigha (19) debütierte am Sonnabend eine weitere Nachwuchshoffnung, wenn auch nur ein paar Minuten. Bei Mittelstädt war es vor knapp einem Jahr nicht anders. Inzwischen ist er gerüstet für höhere Aufgaben.


