Hertha BSC

Ben-Hatira und Regäsel wechseln nach Frankfurt

Änis Ben-Hatira unterschreibt bei der Eintracht bis Saisonende, Rechtsverteidiger Yanni Regäsel erhält einen Kontrakt bis 2019.

Änis Ben-Hatira läuft in Zukunft für Eintracht Frankfurt auf

Änis Ben-Hatira läuft in Zukunft für Eintracht Frankfurt auf

Foto: Fotostand / Bansemer / picture alliance / Fotostand

Änis Ben-Hatira und Yanni Regäsel verbindet eine gemeinsame Vergangenheit. Beide verbrachten ihre Kindheit in einem Teil des Wedding, der eher nicht bekannt dafür ist, es seinen Bewohnern sonderlich leicht zu machen. Straßenjungs, Straßenkicker waren sie. Nur zeitversetzt.

Regäsel ist sieben Jahre jünger als Ben-Hatira. Mit dessen Bruder wuchs er auf und erzählte neulich: "Ich war kein netter Mensch." Das sollte illustrieren, dass Regäsels eigene Geschichte in Berlin nicht immer nur rühmlich war.

Seit Montag ist gewiss, dass Ben-Hatira und Regäsel auch eine gemeinsame Zukunft verbinden wird. Am letzten Tag der Wintertransferperiode wechselten der 27 Jahre alte Flügelspieler und der 20 Jahre alte Rechtsverteidiger zum Ligakonkurrenten Eintracht Frankfurt. Das bestätigte Herthas Manager Michael Preetz der Morgenpost.

Kleine Ablöse für Regäsel, nicht aber für Ben-Hatira

Bei Hertha besaß Regäsel noch keinen Profivertrag. Eigentlich wollte ihn Frankfurt erst im Sommer. "Nun hat sich aber die Gelegenheit ergeben, diesen Transfer schon vorzuziehen. Damit hat Yanni genügend Zeit, sich hier einzuleben", sagte Eintracht-Sportdirektor Bruno Hübner.

Ben-Hatiras Arbeitspapier in Berlin wäre im Sommer ausgelaufen. Beim Bundesliga-13. Frankfurt erhält er nun einen Vertrag bis zum Saisonende. Für Regäsel kassiert Hertha nach Morgenpost-Informationen eine Ablöse im niedrigen sechsstelligen Bereich. Ben-Hatira dagegen wechselt ablösefrei.

Mit diesen beiden Abgängen dünnen die Blau-Weißen ihren zuletzt bis auf 30 Mann aufgeblähten Kader etwas aus. Ben-Hatira, der einst aus der Hertha-Jugend zu Tennis Borussia und dann zum HSV wechselte und 2011 zurückkehrte, brachte es bei den Berlinern auf 70 Erst- und Zweitliga-Spiele und erzielte dabei 14 Tore (elf Vorlagen).

Hertha bot Regäsel einen Profivertrag an

Regäsel schaffte erst in der Hinrunde den Sprung zu den Profis und stand sogar fünf Mal in der Startelf. Beide Transfers aber verliefen unter unterschiedlichen Vorzeichen: Während Mittelfeldspieler Ben-Hatira für Hertha schon mehrfach ein Verkaufskandidat und eine Vertragsverlängerung unwahrscheinlich gewesen ist, bekam Rechtsverteidiger Regäsel von Preetz schon Ende 2015 einen Profivertrag bis 2018 angeboten.

"Mir ist es wichtig, dass ich immer dabei bin und spiele. Ein Profivertrag ohne zu spielen bringt auch nichts", sagte Regäsel im Trainingslager. Deshalb wartete er ab. Nachdem er nun in den ersten beiden Spielen der Rückrunde von Trainer Pal Dardai nicht einmal in den Kader berufen wurde, zog er den Wechsel vor.

In der Rückrunde fand Regäsel bei Hertha eine verschärfte Konkurrenzsituation vor. An dem wiedergenesenen Peter Pekarik und Mitchell Weiser wäre er wohl nicht vorbei gekommen. In Frankfurt sah der Rechtsfuß für sich daher unter Trainer Armin Veh wesentlich besseren Aussichten auf Einsatzzeit. "Ich bin jung und muss spielen, deswegen habe ich mich dafür entschieden nach Frankfurt zu wechseln", schrieb Regäsel auf Facebook.

Beerens bleibt, Ronny wohl auch

Ben-Hatira, der wegen einer Zehenverletzung die Hinrunde verpasste, stand beim 3:3 in Bremen erstmals seit neun Monaten wieder im Kader. Aber auch seine Einsatzchancen wären gering gewesen. Zuletzt hatte Hertha mit Sinan Kurt (19) einen Mann mit viel Perspektive für die Position verpflichtet. Am 2. März kehren beide Berliner Straßenkicker Ben-Hatira und Regäsel mit ihrem neuen Klub Eintracht Frankfurt zurück ins Berliner Olympiastadion.

In Berlin bleiben muss dagegen Roy Beerens (28). Der Niederländer, der in der Hinrunde nur zu zwei Einsätzen kam, wollte eigentlich weg, fand aber bis Montagabend 18 Uhr, als das Transferfenster in Deutschland schloss, keinen neuen Klub. Auch den Flügelspieler für die rechte Seite hätte Hertha ziehen lassen.

Gleiches gilt für den Brasilianer Ronny: Der 29-Jährige sollte schon im vergangenen Sommer gehen, fand aber keinen neuen Arbeitgeber. Nur eine lose Anfrage gab es für den Spielmacher in diesem Winter. Zwar sind im arabischen Raum die Transferfenster noch etwas länger geöffnet, aber es sieht so aus, als bleibe Ronny in Berlin.

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