Mit mehr als zwei Stunden Verspätung lief der ICE 645 in der Nacht zum Sonntag im Berliner Hauptbahnhof ein. Fans von Hertha BSC hatten auf der Rückreise vom Bundesliga-Spiel beim FC Schalke (1:2) mehrfach für Unterbrechungen gesorgt.
In Dortmund stiegen rund 80 Hertha-Anhänger in den Zug. Augenzeugen berichteten der Morgenpost, der Zugführer habe die Fans mit der Ansage begrüßt: „Wenn ihr pöbelt oder singt, machen wir von unserem Hausrecht Gebrauch und lassen den Zug räumen.“ Das führte postwendend dazu, dass laut gesungen wurde. Zudem zog ein Hertha-Fan die Notbremse.
Hertha-Fans bepöbeln Fahrgäste
Die Bundespolizei erschien, identifizierte die Person und nahm sie vorläufig fest. Nach 55 Minuten in Dortmund fuhr der ICE weiter. Fortan herrschte gereizte Stimmung. So gab es immer wieder lautstarken Streit und Pöbeleien zwischen Hertha-Fans und anderen Fahrgästen. Das Bahn-Personal stufte die Lage als kritisch ein, in Hannover kam es zu einem zweiten außerplanmäßig langem Halt. Erneut kamen Beamte der Bundespolizei an Bord.
Als der Zug schließlich mit mehr als zwei Stunden Verspätung um 0.55 Uhr in Berlin ankam, verlangten viele Fahrgäste nach einem Fahrgastrechte-Formular: Bei mehr als zwei Stunden Verspätung besteht ein Anspruch der Bahn gegenüber auf ein zumindest teilweise Erstattung des Fahrpreises. In der Schlange jener Passagiere, die ein ausgefülltes Formular zurückgaben, befanden sich viele mit blau-weißem Schal oder Trikot.





