Erhebliche Irritationen bestehen zwischen dem ungarischen Fußball-Verband Magyar Labdarúgó Szövetség (MLSZ) und Hertha BSC wegen Pal Dardai, 39. Vagi Marton, der Generalsekrektär des MLSZ dementierte, dass der Fußball-Bundesligist eine Option habe, Dardai in diesem Sommer aus dem Job als Nationaltrainer von Ungarn zu lösen. Marton sagte: „Wie ich es schon früher erklärt habe: Pal Dardai bleibt bis zum Ende der EM-Qualifikation Nationaltrainer.“
Die Qualifikation endet im November 2015 – und damit passt diese Aussage nicht zusammen mit dem, was die Berliner Morgenpost am Wochenende enthüllt hatte: Dass Hertha im Vertrag mit dem ungarischen Verband Anfang Dezember 2014 unter anderem eine Klausel ausgehandelt hat, wonach der Bundesligist die Option hat, in diesem Sommer Dardai zu 100 Prozent als Cheftrainer bei Hertha zu beschäftigen. Macht Hertha davon Gebrauch, müsste Dardai zum 1. Juli seinen Zweitjob als Nationaltrainer von Ungarn aufgeben.
Preetz bestätigt Klausel
Hertha-Manager Michael Preetz hat mittlerweile öffentlich die Existenz dieser Klausel bestätigt: „Wir haben das in der Hand.“ Auch Dardai hat vor zwei Tagen in einem Kicker-Interview geäußert: "Dass die Doppelfunktion auf Dauer keine Lösung sein kann, ist klar."
Dardai ist zu Beginn dieser Woche nach Budapest geflogen. Dort trifft Ungarn in der EM-Qualifikation am Sonntag auf Griechenland. Er war im vergangenen September, damals noch als U15-Trainer von Hertha, interimsmäßig für acht Wochen eingesprungen, als in Ungarn ein neuer Nationaltrainer gesucht wurde.
Anfang Dezember 2014 hatten der Bundesliga-Klub und der MLSZ sich geeinigt, dass Dardai in Doppelfunktion tätig sein dürfte. Diese Einigung hatte auch Bestand, als Dardai am 5. Februar als Nachfolger des beurlaubten Jos Luhukay die Profis von Hertha übernahm, um den gefährdeten Bundesliga-Klassenerhalt sicherzustellen.
Hertha holte seither unter Dardai elf Punkte aus sieben Spielen und ist seit vier Partien ungeschlagen. Doch als Tabellen-13. steckt der Hauptstadt-Klub bei acht ausstehenden Partien weiter im Überlebenskampf.
Gelingt Hertha der Klassenerhalt, soll Dardai in der Saison 2015/16 Cheftrainer werden – und sich ganz auf Berlin konzentrieren. Der ungarische Verband legt den Vertrag anders aus. Nur eine der beiden Lesarten kann korrekt sein.




