Transfer WM-Star Salomon Kalou wechselt zu Hertha BSC

Foto: Dean Mouhtaropoulos / Getty Images

Der ehemalige Stürmer des FC Chelsea wird neuer Torjäger. Lille erhält drei Millionen Ablöse. Kalou soll die Lücke füllen, die der zu Dortmund abgewanderte Torjäger Adrian Ramos hinterlassen hat.

Hertha lässt die Bundesliga aufhorchen. Zum ersten Mal seit Jahren hat der Hauptstadt-Klub einen spektakulären Transfercoup gelandet. Salomon Kalou, 29, steht unmittelbar vor der Vertragsunterschrift bei Hertha BSC.

Der Nationalstürmer von der Elfenbeinküste soll in Berlin einen Drei-Jahres-Vertrag erhalten. Als Ablösesumme an seinen bisherigen Verein, den OSC Lille, wird eine Summe von knapp drei Millionen Euro fällig.

Französische Medien berichten, dass soweit alle Details verhandelt seien. Lille sei jedoch noch dabei, einen Nachfolger für den Angreifer zu verpflichten.

Kalou landete am späten Vormittag aus Paris-Orly kommend in Tegel. Sven Kretschmar, der Chefscout von Hertha BSC, holte ihn ab und chauffierte den Stürmer zu den obligatorischen medizinischen Untersuchungen. Im Anschluss ging es weiter auf die Geschäftsstelle im Olympiapark, wo Manager Michael Preetz und Trainer Jos Luhukay warteten.

Ersatz für Ramos

Kalou soll die Lücke füllen, die der zu Borussia Dortmund abgewanderte Torjäger Adrian Ramos (16 Treffer in der vergangenen Saison) hinterlassen hat. Kalou blickt auf Aufsehen erregende Jahre zurück. Mit 17 Jahren war er zu Feyenoord Rotterdam gewechelt. Nach drei Jahren in der Ehrendivisie ließ sich der FC Chelsea 2006 die Dienst des beweglichen Angreifers elf Millionen Euro kosten. Mit Chelsea räumte Kalou an Titeln ab, was es zu gewinnen gab: englischer Meister (2010), englischer Pokalsieger (2007, 2010, 2012) und Champions-League-Sieger (2012).

Vor zwei Jahren war Kalou dann ablösefrei nach Frankreich gewechselt. In seiner ersten Saison beim OSC Lille erzielte er 14 Tore, im Spieljahr 2013/14 waren es 16 Treffer. Er soll mit seiner Erfahrung von 68 Länderspielen sowie 68 Europacup-Einsätzen, die meisten davon in der Champions League, ein Führungsspieler bei Hertha werden.

Hertha BSC kann derzeit zum ersten Mal seit 2009, seit dem Abgang des damaligen Managers Dieter Hoeneß, aktuell wieder in nennenswerter Größenordnung investieren. Der Einstieg des Finanzinvestors KKR Anfang Februar hat dazu geführt, dass der Hauptstadt-Klub seine Finanzen auf andere Füße stellen konnte. Das strukturelle Defizit von etwa 3,5 Millionen Euro, das Hertha jede Saison hatte, ist nun beseitigt. Die so gewonnenen Spielräume führen auch dazu, die die erzielten Ablösesumme für Ramos (9,7 Millionen Euro) und Pierre-Michel Lasogga (8,5 Mio. vom Hamburger SV) weitgehend in die Mannschaft reinvestiert werden konnten. In den letzten Jahren hatte Hertha stets einen Teil seiner Einnahmen verwenden müssen, um Verbindlichkeiten abzubauen.

Der achte Neue dieses Sommers

Hertha wird nach sieben Neuen in der Vorsaison mit Kalou mittlerweile den achten Neuen in diesem Sommer verpflichten. Dazu wird voraussichtlich noch Mittelfeldspieler Per Skjelbred kommen, der gestern bereits nicht mehr beim HSV mittrainierte.

Manager Michael Preetz hatte seit rund acht Wochen darauf hingewiesen, dass die Schlüsselpersonalie dieser Transferperiode, der gesuchte Torjäger, sich erst am Ende des Wechselfrist entscheiden werde. "Dann ist Druck auf dem Kessel, weil das Transferfenster am Montag, dem 1. September schließt. Dann fallen auch Entscheidungen", sagte Preetz.

In der Branche war es bekannt, dass Kalou trotz eines Vertrages bis 2016 in Lille, sich verändern wollte. Es gab Kontakte zu Borussia Mönchengladbach, zum VfL Wolfsburg und auch in die Premier League.

Allagui wechselt zum FSV Mainz

Mit dem neuen Torjäger haben sich die Einsatzchancen für Sami Allagui erneut verschlechtert. Weshalb Hertha BSC einem Leihgeschäft mit dem FSV Mainz zustimmte. Der Deutsch-Tunisier reiste gestern nach Mainz. Er soll für ein Jahr ausgeliehen werden. Der TV-Sender Sky meldet, der FSV habe eine Kaufoption für Allagui, dessen Vertrag bei Hertha bis 2016 datiert ist.

Allagui war zwar mit neun Treffern in der Vorsaison zweitbester Torschütze bei Hertha. Durch die Verpflichtung von Roy Beerens auf der rechten Außenbahn und Julian Schieber hatten sich die Aussichten für Allagui, zu nennenswerten Spielzeiten zu kommen, jedoch verschlechtert.

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