Zum ersten Mal in dieser Saison war er da, „ein tolles Erlebnis“, fand Stefan Ustorf, bot ihm der EHC Eisbären bei seinem Besuch in der O2 World. Mit 5:1 gewannen die Berliner gegen Augsburg, „extrem hohes Tempo, offensiv ein hervorragendes Spiel“, so Ustorf. Noch wird der 38-Jährige als Stürmer des Titelverteidigers in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) auf dessen Homepage geführt. Eine Rückkehr auf das Eis ist jedoch nahezu ausgeschlossen.

Am Sonntag steht er immerhin wieder an der Bande, beim Benefizspiel der Eisbären Allstars gegen eine Gazprom-Auswahl coacht er am Sonntag mit EHC-Assistenztrainer Hartmut Nickel das Eisbären-Team (13.15 Uhr). Deswegen ist er nach Berlin gekommen, aber auch, weil die Eisbären danach in der DEL-Partie gegen die Iserlohn Roosters in pinkfarbenen Trikots auflaufen (17.45 Uhr, Servus TV). Es ist eine Aktion zur Unterstützung des Kampfes gegen Brustkrebs, vor zwei Jahren hatte Ustorf, dessen Frau an Brustkrebs litt, das beim Meister initiiert.

Seit gut einem Jahr kann Ustorf nicht mehr spielen, durch einen Check entstand bei ihm ein Schädel-Hirn-Trauma. Die Summe der Checks, die er in seiner Karriere erhalten hat, lässt die Symptome nun nicht mehr abklingen. „Ich habe viele Therapien gemacht und viele Medikamente genommen. Vor zwei Wochen wurde entschieden, erst einmal damit aufzuhören, weil nichts hilft. Eigentlich geht es mir schlechter als vorher“, sagt Ustorf, der in den USA lebt und dort alle Maßnahmen absolviert. Täglich plagen ihn Kopfschmerzen, an Training ist nicht zu denken. Ein Karriereende verkündet er dennoch nicht, obwohl eine Rückkehr auf das Eis sehr unrealistisch ist. „Ich muss Geduld haben, das ist alles sehr frustrierend“, sagt Stefan Ustorf. Aber das Gefühl, mal wieder in der Kabine zu sein, die Jungs auf dem Eis zu sehen und die Fans in der Arena, all das tut gut.

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