05.03.13

Im Test

Berlins Fußball-Blogs

Das sind unsere acht Tipps aus der Redaktion.

Von Niclas Kakomanolis

Platz 1: www.textilvergehen.de behandelt alles rund um den 1. FC Union Berlin

8 Bilder

Die Morgenpost hat mit "immerhertha.de" einen Fußball-Blog, für den Reporter hautnah und um die Uhr alles Erlebte rund um Berlins größten Fußballklub Hertha BSC erzählen. Doch es gibt auch Blogs, die weniger journalistisch von Fans erstellt werden. Niclas Kakomanolis hat die unendlichen Weiten des Netzes durchstöbert und die besten Blogs aus dem Fußballgeschehen der Hauptstadt heraus gefiltert – natürlich ohne Garantie auf Vollständigkeit.

1. Platz: Textilvergehen

Hier haben wir den ultimative Blog für alle eisernen Union-Anhänger. Die Jungs und Mädels von www.textilvergehen.de bieten auf eine originelle Art und Weise, beste Unterhaltung und News über den Kult-Verein aus Köpenick. "Hauptsachen, Nebensachen, Anziehsachen" heißt der Untertitel. Keiner Weiß so recht, was das bedeuten soll, und jeder stellt sich was anderes darunter vor. Doch eine witzige Erklärung über den Hintergrund der Namenswahl ist auf der Seite zu lesen. Der Blog überzeugt mit Aktualität und dem hohen Medieneinsatz und Aufwand, um den Blog lebhaft zu gestalten. Unter anderem können sich die Besucher nach jedem Spiel eine Bildergalerie mit mindestens 50 Bildern anschauen und regelmäßig einen qualitativ hochwertigen Podcast (ist auch in iTunes zu abonnieren) anhören, der vor Humor nur so sprüht.

Fazit: Meine Nummer eins. Der Aufwand, der hier betrieben wird, lohnt sich in jedem Fall. Die Bildergalerien sind umfangreich, und der Podcast einfach Kult. Wer Union-Anhänger ist, für den ist der tägliche Besuch dieses Blogs Pflicht.

2. Platz: Hauptstadtclub-Blog

Dieser Blog ist ein echter Hingucker und hebt sich eindeutig von den anderen ab. Auf den ersten Blick denkt man beim Besuch von www.hauptstadtclub-blog.de keineswegs, dass man auf einem klassischen Blog gelandet ist. Der Name ist das Einzige, was zu Beginn darauf hinweist. Doch bei genauerem Hinschauen wird deutlich, dass die übliche Struktur eines Blogs vorhanden ist, sie jedoch in einer knackig, ansprechenden Hülle verpackt ist, die es nicht gleich erkennbar macht. Gestalterisch hat man sich hier etwas einfallen lassen. Daniel Höhne aus Moabit und sein Team beschäftigen sich in dem Blog aber nicht nur mit Hertha, sondern wie es der Name schon verrät, auch mit anderen ausgewählten Vereinen der Hauptstadt. Ob Alba, Füchse oder Berlin Rugby, man ist in diesem Blog breit aufgestellt. Wer gerne unterwegs über das Smartphone in den Blog reinschauen möchte, für den ist im Appstore von Apple sogar eine App hinterlegt. Ein Service, den man ansonsten bei Berliner Fußball-Blogs selten antrifft.

Fazit: Eine ansprechende Seite, ein App für unterwegs und stets aktuell. Dieser Blog ist nicht umsonst so weit vorne im Ranking. Der Hauptstadtclub-Blog ist daher meine Nummer zwei. Für Rang eins fehlt mir in den Texten manchmal die Tiefe und persönliche Note. Die Texte könnten ruhig etwas ausführlicher sein. Da nützt auch die schönste Hülle nichts. Alle, die schnell, kurz und knapp informiert werden wollen, sind hier vollkommen richtig.

3. Platz: Schiedsrichtergespann

Das Schiedsrichtergespann aus Falkensee liebt es, sich ins Getümmel des Fußball-Geschehens zu stürzen und damit immer auf Ballhöhe zu sein. So heißt es zumindest auf der Homepage. Auf www.schiedsrichtergespann.de berichten "Schiedsrichter" Michael Beilfuß und sein Assistent Herr "Linienrichter" seit Juni 2009 regelmäßig über die Geschehnisse rund um ihren Lieblingsverein Hertha BSC. Auf eine satirische Art wird der User auf dem Laufenden gehalten. Punkten kann dieser Blog mit seinen ausführlichen Anhängen am Ende der Blog-Beiträge. Ob Verlinkungen zu älteren Spielberichten in der Rubrik "Hertha-Spiele Fußball-Historie" oder grafische Veranschaulichungen der Aufstellung, der aktuellen Tabelle und den anderen Ergebnissen aus der Liga, es bleiben wenige Fragen offen. Den wachsamen und kritischen Augen des Gespanns entgeht einfach nichts.

Fazit: Optisch vielleicht kein Gaumenschmaus, doch der Inhalt überzeugt auf ganzer Linie. Die Texte sind aktuell und sehr umfangreich. Viele Informationen ergänzen das Geschriebene und machen den Blog zu einer runden Sache.

4. Platz: Hertha-Blog

Die drei Jungs von www.hertha-blog.de berichten seit Juli 2009 aktiv über ihr Fan-Dasein als Herthaner in ganz Deutschland. Anders als bei den anderen Blogs, sind sie neben Berlin auch in Dortmund, Bielefeld und Bremen zu Hause. Polyvalent und kritisch haben sie zu einem Thema meist drei verschiedene Meinungen, sodass der Blog lebhaft, witzig und interessant zu lesen ist. Dazu ergänzen Bilder die Texte. Die Seite ist sehr übersichtlich und überzeugt durch ein breites Angebot. Neben den locker geschriebenen Texten, die man kommentieren kann, verfügen sie über eine Art Fanshop, indem man selbstdesignte T-Shirts kaufen kann. Dazu gibt es ein Zuschauertippspiel, an dem man nach einer Registrierung auf der Seite jeden Spieltag tippen kann und einer extra Rubrik "Hertha News", in der man die aktuellsten Informationen zum Team finden kann. Wer keine Zeit hat, jeden Tag auf der Seite vorbeizuschauen, der kann sich auch für den Newsletter anmelden. Hier wird in Kürze die Geschehnisse der letzten Zeit zusammengefasst.

Fazit: Dieser Blog lebt durch die Spritzigkeit der jungen Autoren. Das Design ist schlicht, wirkt aber durchdacht und professionell. Toll finde ich die Fotos der jeweiligen Autoren unter den Beiträgen, die fast schon wie Karikaturen wirken. So kann der User sich ein Bild vom Autor machen. Leider erkennt der Leser nicht, in welchem Rhythmus Beiträge veröffentlicht werden. So kommt es auch mal vor, dass man mehrere Wochen gar nichts zu lesen hat, obwohl man vielleicht möchte. Da gibt es noch Luft nach oben.

5. Platz: Hertha-Unser

"Denn dein ist das Reich, und die Kraft, und die Herrlichkeit, in Ewigkeit. Amen." So oder so ähnlich dachten es sich wohl auch die Macher von www.herthaunser.de. Ewig für Hertha einstehen, dem Verein immer treu. Da spielt die Ligazugehörigkeit nur eine untergeordnete Rolle. Der Slogan "Anonyme Herthaner – trotzdem, jetzt erst recht, sowieso" spielt auf diese Einstellung an. Die Seite glänzt zwar nicht mit einer Hochglanzoptik, ist aber immer aktuell und überzeugt durch die persönliche Note. Die Texte sind meinungsstark, umgangssprachlich und teilweise auf Berlinerisch geschrieben. Das ist bisweilen sehr amüsant. Wer Fan von der sogenannten "Berliner Schnauze" ist, findet sich hier gut aufgehoben.

Fazit: Kurz gesagt – ich mag den Blog. Circa einmal die Woche gibt es kleine Geschichten zum aktuellen Geschehen. Sie sind teilweise sehr witzig und bringen dazu auch noch die Nachricht genau auf den Punkt. Und das in kurzer, knackiger Form.

6. Platz: Herthaner4ever

Beim ersten Blick auf www.herthaner4ever.blogspot.de , den es seit Dezember 2010 zu lesen gibt, denkt man sicher erst einmal: "Huch, auf was für einer bunten Seite bin ich denn hier gelandet?" Doch hinter all den Farben, Logos und Bildern verbirgt sich allerhand Interessantes. Es bloggt Peter Holz aus Ahrensfelde – Hertha-Fan und gegen jegliche Repressionen, Polizeigewalt und Beeinträchtigung der deutschen Fankultur. Unter dem Motto "Fans sind eine Macht" gibt er deutlich zu erkennen, worauf es ihm ankommt: Fankultur. Daher ist ihm die Rivalität zwischen Hertha und Union eigentlich auch zuwider. "Gemeinsam für Berlin" heißt es auf dem Logo, auf dem Hertha-Fahne und Union-Schriftzug vereint mit dem Berliner Wappen abgebildet sind. Die Blogeinträge rund um das Derby und über die Gruppe der Hertha-Union-Freunde (Morgenpost.de berichtete) untermalen diese Einstellung. Die Texte sind aktuell, ausführlich und punkten mit vielen Hintergrundinformationen, die das Lesen zu einer Freude machen.

Fazit: Zwar wirkt die Seite etwas kitschig, aber die Texte sind ja das, worauf es ankommt. Und die sind lesenswert. Toll ist die Idee, die Überschrift als Einstieg zu nehmen und nahtlos im Text dran anzuschließen. Weil der User nicht gleich weiß, was ihn erwartet, ist die Neugier groß, und er wird quasi zum Lesen verführt.

7. Platz: Union Berlin Man

Marc Wilson ist der "Union Berlin Man" – ein zugezogener Engländer aus Sunderland, der in Berlin sein Glück sucht. Wie in seiner Heimatstadt braucht er auch hier den König Fußball. Er besuchte Hertha- und Union-Spiele, wobei er sich sofort in den Verein aus Köpenick verliebte. Er komme seinem Heimatverein AFC Sunderland am nächsten, schreibt er. Seit Mai 2012 berichtet Wilson also auf http://unionberlinman.blogspot.de/ über seine Heim- und Auswärtserfahrungen bei Spielen seines neuen Lieblingsvereins. Und das alles auf Englisch. Zwar ist die Seite sehr einfach gehalten, dafür sind die Texte spannend. Wer Geschichten über Union lesen und sein Englisch aufbessern möchte, dem könnte der tägliche Besuch beim Union Berlin Man weiterhelfen.

Fazit: Für alle, die der englischen Sprache mächtig sind und mit Union sympathisieren, müssen diesen Blog unbedingt besuchen. Immer aktuell und pointiert. Da hier in gehobenem Englisch geschrieben wird, muss man beim Besuch der Seite mehr Zeit einplanen. Sonst kann es passieren, dass ein schönes Detail unbemerkt bleibt. Ein Englisch-Wörterbuch macht sich hier bezahlt. Die Mühe aber lohnt sich.

8. Platz: Zeroultras

Wer die Seite http://zeroultras.blogsport.eu/ besucht, bekommt nicht die gewohnten Farben blau-weiß oder rot-weiß präsentiert, sondern ein fast schon vergessenes lila-weiß. Denn wir sind auf dem einzig vorfindbaren Tennis-Borussia-Blog im World Wide Web gestoßen. Anders als bei den anderen Blogs handelt es sich hier um die Plattform einer Ultra-Gruppierung. Auf einer sehr übersichtlichen Seite wird über das Geschehen der ersten Mannschaft von den Pfeilchen berichtet, Fotos angehangen und manchmal auch ein Video von Fan-Choreografien hochgeladen. Die Texte sind anspruchsvoller als erwartet und thematisieren neben dem Fußball auch Politik. Die politische Gesinnung der TeBe-Fans (links) tritt hier deutlich hervor. Wer also den "Kanal" von Hertha und Union voll hat, der ist hier gut aufgehoben.

Fazit: Dieser Blog ist zwar momentan nicht auf dem neuesten Stand, aber dennoch erwähnenswert. Was nicht ist, kann ja noch werden. Denn sollte doch mal ein neuer Beitrag erscheinen, macht er Freude. Vor allem weil es nicht um das alltägliche Fußballgeschäft des Oberhauses geht, sondern um TeBe und den Alltag auf Berlins Rasen- und Kunstrasenplätzen in den unteren Ligen. Wer aber rund um Tennis Borussia nichts verpassen will, dem wird bei http://www.lila-kanal.de/ geholfen. Kein klassischer Blog, aber eine schöne Ergänzung.

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