Es kribbelt schon. „Freitagabend und Flutlicht – das ist immer geil“, sagt Torsten Mattuschka vor dem Oberliga-Topspiel seiner VSG Altglienicke heute bei Tennis Borussia (19.30 Uhr, Mommsenstadion). Zumal im Derby eine Menge auf dem Spiel steht. Der Abstand zwischen dem Tabellenführer aus dem Berliner Südosten und dem viertplatzierten Verfolger aus dem Westen beträgt derzeit zwar neun Punkte, noch aber hat TeBe ein Spiel weniger absolviert. Mattuschka ist sich der Brisanz bewusst. „Wenn sie gegen uns gewinnen, kann der Abstand ganz schnell auf drei Punkte schmelzen, das wissen wir.“
“Wir haben richtig auf die Fresse bekommen“
In der Winterpause hatten sich die Charlottenburger neu aufgestellt. Sechs Spieler gingen, zwei neue kamen, mit Cemal Yildiz (40) zudem ein neuer Trainer. „Wenn wir die Chance bekommen, noch mal oben einzugreifen, müssen wir da sein“, hatte der Coach zum Rückrundenstart gefordert. Nun bietet sich im eigenen Stadion gegen den Spitzenreiter die große Gelegenheit.
Mattuschka (36) sieht die Kampfansage aus dem Eichkamp gelassen. „Wir schauen nur auf uns“, sagt die Union-Legende, der bislang fünf Saisontore und drei Vorlagen gelangen, „wir haben genug mit uns selbst zu tun.“ Zum Jahresauftakt habe man beim Tabellenzweiten Optik Rathenow schließlich „richtig auf die Fresse bekommen“ (Endstand 0:3), ehe am vergangenen Spieltag beim 2:0 gegen Malchow immerhin „eine gute Reaktion“ folgte. Mattuschka war dabei an einem Treffer beteiligt. TeBe, das mehrere Spiele wegen gesperrter Plätze verpasst hatte, startete derweil mit einem Pflichtsieg gegen Germania Schöneiche (3:1) ins Fußballjahr.
Zum Hinspiel kamen knapp 1000 Zuschauer
Nun also die große Bewährungsprobe. Ein Highlight für beide Lager – schon das Hinspiel in Altglienicke, das die VSG mit 2:1 für sich entschied, sahen knapp 1000 Zuschauer. Natürlich kein Vergleich zu den vier Stadtduellen, die Mattuschka 2010/11 und 2012/13 mit Union gegen Hertha spielte, aber Derby bleibt Derby. „Wer im Vorfeld wie weit die Klappe aufreißt, ist am Freitag egal“, sagt das erfahrene Schlachtross Mattuschka. Eine Sache ändere sich schließlich nie, egal ob in der Zweiten Liga oder drei Spielklassen tiefer: „Die Wahrheit liegt immer noch auf dem Platz.“


