Musikstreaming-Dienste verschaffen ihren Nutzern Zugang zu einer riesigen Musikauswahl im Netz. Die Musik liegt auf Speichern im Internet. Wer einen Song hören will, lädt ihn Stück für Stück herunter – und zwar während er das Lied bereits hört. Dieses Verfahren nennt sich „Streaming“.

Die Stiftung Warentest hat neun Streaming-Dienste getestet. Für 10 Euro im Monat können Musikfans bei einem solchen Angebot mit dem PC, dem Smartphone oder dem Tablet auf das Repertoire zugreifen. Das Fazit in der Zeitschrift test: Die Musikauswahl überzeugt, weist aber prominente Lücken auf.

Die Klangqualität ist sehr gut oder gut. Schwächen gibt es bei den Kundeninformationen und dem Umgang mit Nutzerdaten. Mängel auch in den allgemeinen Geschäftsbedingungen. Insgesamt am besten schneiden Simfy, Spotify und Wimp ab.

Streaming-Dienst mit sehr guter Klangqualität

Im Test haben die Experten die Musikauswahl anhand einer Liste von 100 Alben geprüft. Am besten schnitten Spotify mit 84 und Simfy mit 83 gefundenen Alben ab.

Auf manch prominenten Namen müssen aber alle verzichten: auf die Beatles genauso wie auf Xavier Naidoo, Die Ärzte oder Die Toten Hosen. Einzelne Künstler sperren sich gegen das Streaming, weil sie befürchten, ihre CD- oder Downloadverkäufe könnten darunter leiden.

Wenig Probleme hörten die Tester bei der Klangqualität. Die Streaming-Dienste können hier mit der CD mithalten. Sony Music Unlimited und Rara klingen gut, alle anderen sogar sehr gut.

Der Hörtest zeigt: Es gibt kaum hörbare Qualitätsunterschiede zwischen der mobilen Nutzung am Smartphone und der stationären Nutzung am Computer. Einzig Juke und Rdio klingen unterwegs etwas schlechter als am Computer.

Streamingdienste erlauben das Hören aber nicht das Brennen auf CD

Streamingdienste haben aber auch Nachteile. Anders als beim Musikdownload kaufen Anwender nicht einzelne Songs, die sie abspeichern oder auf CD brennen können.

Sie erwerben vielmehr das Recht für eine bestimmte Zeit, die Musik anhören zu dürfen. Kündigen sie bei einem Dienst, verlieren sie dieses Recht und müssen sich von ihrer Musikzusammenstellung verabschieden.

Auch eine parallele Online-Nutzung auf mehreren Geräten schließen die Anbieter aus. Der Vorteil des Streamings: Die Musiksammlung frisst keinen Speicherplatz auf dem Computer und steht an jedem Ort mit Internetzugang zur Verfügung.

Umgang mit den Nutzerdaten bei vielen Anbietern nicht klar geregelt

Auch in der Handhabung sehen die Warentester Verbesserungspotenzial. Schwächen zeigen sich in der Suchfunktion. Schon bei kleinen Tippfehlern findet sie oft nicht mehr den gewünschten Interpreten oder Titel.

Eine erweiterte Suche für genauere Abfragen bietet kein Dienst. Weitere Kritikpunkte: Die Informationen über die Anbieter selbst und die verschiedenen Vertragsmodelle fallen teilweise äußerst dürftig aus und sind schwer zu finden.

Sehr deutliche Mängel fanden die Experten bei vielen Diensten in den allgemeinen Geschäftsbedingungen. Der Umgang mit den Nutzerdaten ist oft nicht klar geregelt. Die Android- und die iOS-Apps von Deezer sind unsicher, weil sie Benutzername und Passwort unverschlüsselt senden.

Weitere Informationen: Zeitschrift test 7/2013 und www.test.de/thema/musikdownloads