TAG-Chef Rolf Elgeti lege für die 12.000 Wohnungen, zahlreiche davon in Berlin, rund 500 Millionen Euro auf den Tisch, sagten mehrere mit der Sache vertraute Personen am Dienstag. Favorit für die mit gut einer Milliarde Euro bewerteten TLG-Gewerbeimmobilien sei der Finanzinvestor Lone Star.

Das Bundesfinanzministerium wollte den Verkauf nicht bestätigen. „Wir verhandeln gegenwärtig mit den verbleibenden Bietern. Das Ergebnis ist noch offen. Zuschlag und Preis stehen noch aus“, sagte eine Sprecherin. TAG und Lone Star lehnten am Dienstag eine Stellungnahme ab.

Den Kreisen zufolge steht der Vertrag mit TAG unter dem Vorbehalt, dass die Hamburger nach ihrer jüngsten Einkaufstour eine weitere Kapitalerhöhung bei den Investoren durchboxen können. Elgeti hatte sich erst im Frühjahr die BayernLB-Tochter DKBI mit 25.000Wohnungen in Ostdeutschland für knapp eine Milliarde Euro inklusive Schulden einverleibt. Die Integration der neuen Bestände ist gerade erst angelaufen und die Banken sind mit Immobilienfinanzierungen wegen der strengeren Kapitalanforderungen knauserig.

In Deutschland wechseln derzeit so viele Wohnungspakete den Besitzer wie seit Jahren nicht. Einerseits müssen sich die Landesbanken wegen EU-Auflagen von Beständen trennen. Andererseits laufen bei manchen großen Portfolios Kredite aus, die nur mit Mühe verlängert werden können. Da kommen kauffreudige Investoren gerade recht. Von diesem Schwung auf dem Markt wollte auch die Bundesregierung profitieren. Sie hatte die Privatisierung der ostdeutschen TLG – ein Erbe der Treuhandgesellschaft – im Frühjahr angeschoben.

rtr