Der höchste Berg im Süden Berlins liegt in Rudow. Zu erreichen ist er vom U-Bahnhof Rudow aus. Läuft man von dort aus ein Stück die Neuköllner Chaussee zurück bis zur Grünfläche, führt ein Wanderweg in Richtung Süden am Rudower Fließ entlang. Die ehemalige Schmelzwasserrinne hat den Spitznamen "Tränendrüse" und verläuft vom alten Dorfkern bis zur Stadtgrenze am Klein-Ziethener Weg. Früher mündete der Meskengraben in das Rudower Fließ. Er wurde jedoch weitgehend zugeschüttet. Beide Fließgewässer sind aus Abflussrinnen der Weichsel-Eiszeit entstanden, also während des Rückgangs der letzten Vereisung Nord-Europas vor rund 18.000 Jahren.
Dem Wasserlauf folgend überquert man eine gut gearbeitete Holzbrücke und das schmale Fließ verbreitert sich zu einem Teich, auf dem Stockenten und andere Wasservögel schwimmen. An den Rändern, die sich zwischendurch zu kleinen Tümpeln oder Feuchtwiesen ausdehnen, steht meterhoch Schilf.
Am Ende des Wanderwegs folgen wir links herum dem Klein-Ziethener Weg. Er verläuft teilweise auf dem ehemaligen Mauerstreifen. Hinter dem Reiterhof und der Gärtnerei zweigt linkerhand der Weg zum Dörferblick ab. Der Dörferblick liegt auf einem künstlichen Hügel und ist mit 86 Metern Höhe eine der höchsten Erhebungen Berlins. Unter der Erde verbergen sich sowohl Trümmer als auch Abfall. 1958 als Schuttberg angelegt, wurde nach dem Bau der Berliner Mauer das Areal als eine der innerstädtischen Müllkippen West-Berlins genutzt. In den 70er-Jahren erfuhr der Hügel eine Umwandlung zum Naherholungsgebiet. Von der Spitze hat man einen guten Ausblick auf die Umgebung, insbesondere auf den Treptower Ortsteil Bohnsdorf und die angrenzenden Brandenburger Dörfer Schönefeld, Waßmannsdorf und Großziethen. Auch der Flughafen Schönefeld ist gut zu erkennen - sowohl startende und landende Düsenjets als auch der Baufortschritt vom neuen Airport. Nach Westen hin bestimmt die Skyline der Gropiusstadt den Blick. Oben auf der Plattform liegen Findlinge, in die die Namen der Dörfer eingemeißelt sind, die man in der Ferne erkennen kann.
Für den Rückweg nehmen wir den nördlichen Abzweig des Weges. So gelangt man zur Waßmannsdorfer Chaussee. Direkt an der Grenze zu Brandenburg entsteht eine neue Wohnsiedlung. Von der Waßmannsdorfer Chaussee biegen wir in den Rhodeländerweg ein. Über den Geflügelsteig erreicht man wieder das Rudower Fließ. Dort kann man in Höhe der Groß-Ziethener Chaussee auf dem östlich gelegenen Pfad den Rückweg zum U-Bahnhof Rudow antreten.
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