Natürlich ist die „Klasse von 2009“ ihr Vorbild in Tschechien, aus den damaligen Nachwuchshelden Jerome Boateng, Manuel Neuer, Mats Hummels, Benedikt Höwedes, Sami Khedira und Mesut Özil sind später schließlich sogar Weltmeister geworden. Und dass die deutschen U21-Fußballer vor dem EM-Auftakt gegen Serbien in Prag (20.45 Uhr, ARD) vom Titel träumen, ist nachvollziehbar. Mit Champions-League-Sieger Marc-André ter Stegen im Tor, Weltmeister Matthias Ginter in der Abwehr und Kevin Volland in der Offensive wissen sie gestandene Profis in ihren Reihen. „Wir werden schwer zu schlagen sein“, sagt Trainer Horst Hrubesch. Auch deswegen zeigen sogar ARD und ZDF die deutschen Spiele, andere Partien sind bei Sport1 zu sehen (morgen zum Beispiel Portugal gegen England). Die Morgenpost stellt künftige Superstars vor, auf die Sie bei der U21-Europameisterschaft achten sollten.
Harry Kane (England): Vom Joker zu Tottenhams Tormaschine: Der 21-Jährige startete in der Premier League voll durch. Mit 21 Treffern landete er auf Platz zwei der Torjägerliste. Bei seinem Debüt für Englands A-Team traf er 80 Sekunden nach seiner Einwechslung. Der von seinen Mitspielern nur noch „Golden Boy“ genannte Kane steht nicht ohne Grund bei Manchester United ganz oben auf dem Wunschzettel.
Filip Djuricic (Serbien): Galt mal als „Johan Cruyff des Balkans“, doch der Durchbruch ist ihm weder in der Hinrunde bei Mainz 05, noch danach in der Premier League beim FC Southampton gelungen. Nun ist er zurück bei Benfica Lissabon und steht am Scheideweg. Ob der Knoten des 23-jährigen Offensivspielers endlich platzt, könnte sich schon bei der EM zeigen.
Domenico Berardi (Italien): Schon mit 19 Jahren schrieb Berardi Geschichte: Vier Tore erzielte er im Januar 2014 für Sassuolo Calcio beim 4:3 gegen den AC Mailand, das war in der Serie A noch keinem Spieler gelungen. In Italien wird der 20-Jährige seither mit Filipo Inzaghi und Francesco Totti verglichen. Vergangene Saison hatte der Linksfuß mit 15 Treffern maßgeblichen Anteil an Sassuolos Klassenerhalt. Allerdings: Der Heißsporn aus Süditalien ist immer für eine Rote Karte gut, einst erschien er nicht bei der italienischen U19 und wurde vom Verband für neun Monate gesperrt. 50 Prozent der Transferrechte gehören Juventus Turin.
Bernardo Silva (Portugal): Als der AS Monaco ihn im Sommer 2014 auslieh, hatte das Benfica-Juwel nur ein Erstliga-Spiel vorzuweisen. Sechs Monate später überwies Monaco stolze 15,7 Millionen Euro, um den offensiven Mittelfeldspieler fest zu verpflichten. Im Fürstentum schoss der Linksfuß neun Tore in 32 Spielen. Nach Tschechien reiste der 20-Jährige verspätet an – zuerst ging es mit Portugals A-Team in die EM-Qualifikation für Frankreich 2016.
Pione Sisto (Dänemark): „Geburtsort: Sudan oder Uganda“ steht in der Biografie des 20-Jährigen. Die Eltern flohen einst mit dem sechs Monate alten Sisto und seinen acht Geschwistern vor dem Bürgerkrieg aus Uganda nach Dänemark. Seit Dezember 2014 ist er dänischer Staatsbürger und gehörte umgehend zum A-Kader. Vergangene Saison hatte Sisto maßgeblichen Anteil an der ersten Meisterschaft des FC Midtjylland.
John Guidetti (Schweden): Der „schwedische Wayne Rooney“ schoss in in 35 Pflichtspielen 15 Tore für Celtic Glasgow, überwarf sich dann aber mit Trainer Ronny Deila und schmorte fortan auf der Bank. Guidetti, inzwischen 22, gehört bereits seit 2008 Manchester City, spielte seither aber auf Leihbasis schon für fünf andere Vereine. Wird langsam Zeit für den Durchbruch.

