Wie Zeugen berichteten, wurde ein aus Cottbus kommender Regional-Express am Bahnhof Königs Wusterhausen von der Bundespolizei 90 Minuten lang aufgehalten. Niemand durfte den Zug verlassen.

Die Polizei hatte nach Fans im Zug gesucht und schließlich Dutzende mitgenommen. Auf Nachfrage erklärte die Pressestelle der Bundespolizei, dass von 40 Union-Anhängern die Personalien aufgenommen worden sein. Als Grund nannte die Polizei, dass Union-Anhänger Reisende beleidigt und Nothilfe-Materialien zweckentfremdet haben sollen.

Daraufhin hätten Mitarbeiter der Deutschen Bahn die Bundespolizei alarmiert. Da einige Verdächtige im Zug untergetaucht waren, musste länger nach ihnen gesucht werden. Die herausgefilterten 40 Personen hätten in Königs Wusterhausen den Zug verlassen müssen. Gegen 02.50 Uhr seien sie wieder ins Stadtgebiet entlassen worden.

Aus Sicht betroffener Fans sei der Polizeieinsatz überzogen gewesen. Die Beamten seien rabiat zur Sache gegangen. Bundespolizisten sollen Fans Handys aus der Hand geschlagen haben und sich geweigert haben, den Anhängern Name oder Dienstnummer zu nennen.

dpa