Zum Artikel: „Piraten: Bürgerticket für Nahverkehr für 40 bis 60 Euro“ vom 27. Juni

Die Forderung der Piraten führt in die richtige Richtung, auch wenn sie bei äußerst strukturkonservativen Einrichtungen wie den Anbietern im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) kaum Anklang finden dürfte. Die moderne Verkehrspolitik des 21. Jahrhunderts erfordert schon durch den radikalen Paradigmenwechsel insbesondere vieler junger Menschen, ganz auf ein eigenes Auto zu verzichten, Reformen, die die Nutzung von Bus und Bahn für den Normalbürger nicht nur deutlich günstiger, sondern vor allem einfacher machen. Deswegen ist ein stures „Weiter so“ mit einem Tarifdschungel, der nicht nur viele Touristen vor erhebliche Probleme stellt, fehl am Platz. Der Senat täte gut daran, Berlin durch neue Konzepte zu einem innovativen Vorreiter im ÖPNV sowohl in Deutschland als auch Europa zu entwickeln.

Rasmus Ph. Helt, per E-Mail

Der verkehrspolitische Sprecher der Piratenpartei hält die Berliner zum Narren, verschleudert Steuergeld für eine unsinnige Machbarkeitsstudie und erzählt Unsinn. Die Berliner sollen angeblich kostenlos mit der BVG fahren, aber dafür eine monatliche Zwangsabgabe von bis zu 147 Euro für City-Maut und den geforderten Pauschalbetrag zahlen. Der aktuelle Preis der Jahreskarte der BVG für Gesamtberlin beträgt 947 Euro. Welcher Effekt soll denn eigentlich erzielt werden? Ich selbst vermeide sämtliche Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln und bin ausschließlich mit dem Pkw unterwegs. Möchten die Piraten mich und jeden anderen Pkw- und Fahrradfahrer zwingen, auf den öffentlichen Nahverkehr umzusteigen? Einen Zwangsbeitrag zu leisten, ohne dass dafür eine Gegenleistung erbracht wird, scheint ja aktuell stark in Mode zu kommen (siehe GEZ, IHK oder Soli-Zuschlag).

Michael Klages, Staaken

Das Modell der Piraten-Partei ist extrem gegen die Autofahrer gerichtet, wenn deren jährliche City-Maut 1260 Euro betragen soll. Das wäre die weltweit teuerste City-Maut und ist auch juristisch nicht durchsetzbar.

Dr. Bernd Nowacki, Moabit

Einmal mehr zeichnen sich die Piraten durch wahrhaft bahnbrechende Pläne aus. Bestechend ist der Gedanke, dass Bus- und Bahnfahrer auf Kosten der Allgemeinheit dann kostenlos unterwegs sein können, so oft sie möchten. Als Autofahrer kann ich diesen Vorschlag nur unterstützen, denn sicher ist die Allgemeinheit einschließlich der Bus- und Bahnfahrer im Gegenzug auch bereit, meine Kfz-Steuer zu tragen und sich an den Anschaffungskosten meines Autos zu beteiligen. Überhaupt ist die Idee der Piraten ausbaufähig, auch die Benutzung von Bädern, Museen, Theater und Kinos könnten derart finanziert kostenfrei sein.

Bernhard Bergmann, Britz

EU-Bürger sollen zu Kriminellen gemacht und abgezockt werden

Zum Artikel: „Das Urlaubsfoto kann teuer werden“ vom 29. Juni

Was sich da Gesetzgeber in der EU und Deutschland so ausdenken, ist haarsträubend. Erst der Paternosterführerschein und nun sollen EU-Bürger zu Kriminellen gemacht und abgezockt werden, weil sie ein Selfie mit dem Eiffelturm, dem Fernsehturm oder dem Brandenburger Tor bei Facebook und Co. ins Internet stellen.

Thomas Splittgerber, per E-Mail