Christen sollten „die Schwierigkeiten der vielen Familien teilen, die von der Wirtschaftskrise gezeichnet sind“, sagte er am Sonntag bei einer Freiluftmesse in der norditalienischen Industriestadt. Das Turiner Grabtuch erinnere die Gläubigen an das „Antlitz eines jeden leidenden und zu Unrecht verfolgten Menschen“, sagte er anlässlich seines Besuchs bei der berühmten Reliquie.

In das Tuch prägten sich der Überlieferung zufolge auf wundersame Weise die Gesichtszüge von Jesus Christus ein. Naturwissenschaftliche Untersuchungen gehen jedoch davon aus, dass das Tuch aus dem Mittelalter stammt. Nach der Messe aß Franziskus mit jugendlichen Gefangenen, Obdachlosen, Einwanderern und einer Roma-Familie zu Mittag.

Der Papst beklagte die wachsende Ungleichheit als Folge der andauernden Wirtschaftskrise. In dieser Situation dürften die Menschen nicht allein auf einen „Aufschwung“ warten, sondern müssten sich dafür einsetzen, dass es menschenwürdige Arbeit für alle gebe, sagte Franziskus. Zudem warnte das Kirchenoberhaupt davor, Migranten für Mangel an Arbeitsplätzen verantwortlich zu machen. „Migranten sind selbst Opfer von Ungleichheit, Wegwerf-Wirtschaft und Krieg“, mahnte der Papst.

epd