Von Diego Maradona , der bei der Fußball-WM 1982 schon eine feste Größe im argentinischen Team war. Er war schuld daran, dass ich 14 Tage lang ständig vor der Glotze saß", erzählt sie bei einer Tasse Tee mit Honig. Und zum Thema Fußball in Deutschland fügt sie hinzu: "Hier geht es neben der Leidenschaft für den Sport auch um viel Geld und Taktik." Bei der letzten Fußball-Weltmeisterschaft vor vier Jahren, so merkt die Schauspielerin weiter an, "gab es positive, besondere Momente des Nationalbewusstseins. Es hat mich beeindruckt, was Fußball so ausrichten kann."
Flemmings Begeisterung fürs runde Leder passt gut zu ihrem neuen Film "Die Teufelskicker", der gestern im Kino angelaufen ist. In der Verfilmung nach der gleichnamigen Buch- und Hörspielreihe von Frauke Nahrgang geht es neben der Leidenschaft zum Ball auch um Teamgeist, Freundschaft, Konkurrenz und Wettkampf sowie Probleme mit Eltern und Schule.
Die kinderlose Catherine Flemming spielt die Mutter einer Tochter ( Cosima Henman , Tochter des Regisseurs Granz Henman ) und Ehefrau von Armin Rohde . Sie mag Kinder sehr. "Ich komme mit ihnen nicht nur vor der Kamera gut aus, sondern auch nach dem Verlöschen der Scheinwerfer."
Geübt im Umgang mit Kindern ist sie in der Tat - immerhin hat sie sechs Patenkinder. "Vier Jungen und zwei Mädchen im Alter von drei bis 23, die ich sehr liebe. Ihretwegen muss ich auch in den verschiedensten Sportarten fit sein, gut Bescheid wissen übers Surfen, Klettern, Fallschirmspringen oder eben auch über Fußball." Das Schönste am Patentante-Dasein sei für sie, "wenn man die ,beste Freundin' sein kann und die Patenkinder einem Geheimnisse anvertrauen, über die sie nicht einmal mit den Eltern reden." Was eigene Kinder betrifft, so habe es sich bisher einfach nicht ergeben.
"Ich habe mich sehr um meine eigene Familie gekümmert, so zum Beispiel gemeinsam mit meiner Schwester fünf Jahre lang Tag und Nacht um unsere kranke Mutter. Da hatte ich im Übrigen zwangsweise tiefen Einblick in das deutsche Gesundheitssystem", resümiert die Darstellerin, die deswegen die Karriere zeitweise hintenan stellte.
In ihrer Wohnung mit Seeblick lebt die Single-Frau momentan solo. "Was Männer betrifft, bin ich furchtbar altmodisch. Ich möchte aufgefangen werden und meine Schulter anlehnen. Vor allem aber müsste mein Partner Humor haben. Ein humorvoller Mann ist für mich zugleich ein intelligenter Mann", betont sie. Eine gute Beziehung sei echte Arbeit. "Jeder sollte den anderen so lassen, wie er ist und ihn nicht verändern wollen".
Über den deutschen Film sagt Catherine Flemming, die unter anderem mehrfach mit Oskar Roehler drehte ("Die Unberührbare", "Lulu und Jimi") und zuletzt 2009 unter der Regie von Philipp Stölzl für den Kinofilm "Goethe" vor der Kamera stand: "Die Filmemacher sind in den vergangenen Jahren viel mutiger geworden, auch bei Themen, die die Vergangenheit angehen. So wie im Film ,Das Leben der Anderen'. Sogar humoristisch umgesetzt wurde die DDR-Vergangenheit, wie in ,Sonnenallee'. Aber ich vermisse noch mehr Leichtigkeit, mehr Verspieltheit."
Künftig will Catherine Flemming, die an der Berliner Ernst-Busch-Schauspielschule und in New York ausgebildet wurde, nicht nur auf neue Drehbücher warten, sondern eigene schreiben. "Ich arbeite momentan abwechselnd an vier Drehbüchern. Menschen im Alltag beobachten und alles aufschreiben, das ist wie Meditation."
Gibt es Schauspielkollegen, die sie besonders mag? Da muss sie nicht lange nachdenken: " Jürgen Prochnow ! Er ist total uneitel, kollegial, bescheiden und hochprofessionell. Auch Henry Hübchen ist uneitel. Bei den Frauen schätze ich besonders Anneke Kim Sarnau , aber auch Suzanne von Borsody und Hannelore Elsner ." Doch das Wichtigste: Gesundheit "und ehrliche Freunde, dann kann man Berge versetzen".
"Mein Partner müsste vor allem Humor haben. Ein humorvoller Mann ist für mich zugleich ein intelligenter Mann"
Catherine Flemming

