Das Streikrecht ist das Ergebnis eines jahrhundertelangen Kampfes der Arbeitnehmerschaft um ihre Rechte in ihrer Auseinandersetzung mit den Arbeitgebern. Ein unbeteiligter Dritter bleibt dabei häufig auf der Strecke, wird regelmäßig abwechselnd zum Opfer oder zur Geisel: der Kunde. Die Kunden äußern zwar ihren Unwillen, aber sie handeln nicht, per Gesetz können sie es auch nicht. Auch die Volkswirtschaft als Ganzes leidet. Ein Streik ist wie Sand im Getriebe. Daher muss das Tarifrecht geändert werden. Eine dritte Kraft gehört an den Verhandlungstisch: die Kunden. Die haben ein großes Interesse daran, dass Triebwerke und Räder nicht eine Minute stillstehen. Der Gesetzgeber muss dafür die Voraussetzungen schaffen. Ein extremer Gebrauch des Instrumentes „Streikrecht“ kann eine Gesellschaft zerstören.
Otfried Schrot, per E-Mail
Die Lufthansa-Piloten und Lokführer sollten mal eine Woche Schichtdienst in einem Brennpunktkrankenhaus in der Notaufnahme machen. Anschließend würden vielleicht nicht mehr alle Streikbefürworter streiken wollen. Werdet wach, Cockpit und GDL!
Michael Linde, Blankenfelde
Das Verhalten der Lufthansa-Kapitäne, welche in der Pilotenvereinigung Cockpit aktiv sind, ist unangemessen. Die Piloten sehen innerhalb der Lufthansa offensichtlich nur ihre eigene Tätigkeit als wichtig und verantwortungsvoll an und vergessen dabei die verantwortungsvolle Tätigkeit anderer Mitarbeiter des Unternehmens wie etwa die der Triebwerkstechniker.
Holger Voss, Spandau
Die Bundesrepublik Deutschland wird von rücksichtslosen Gewerkschaftsbossen im Würgegriff gehalten. Es sind Carsten Spohr von der Vereinigung Cockpit (Lufthansa) und Claus Weselsky von der Lokführergewerkschaft GDL. Es ist unverantwortlich, was diese beiden Herren den Fahr- und Fluggästen zumuten.
Wolfgang Schwaneberg, Charlottenburg
Wie lange müssen Dritte noch unter der Profilneurose von Gewerkschaftsführern leiden? Diese haben nur eines im Sinn: ihre Selbstdarstellung. Gewerkschafter und Arbeitgeberverbandsvertreter sollten solange verhandeln, bis sie sich geeinigt haben.
Harald G. A. Becker, per E-Mail
Vom Grundsatz her hat die GDL mit ihren Forderungen und Maßnahmen meine Sympathie. Der jüngste Streik am vergangenen Wochenende hätte allerdings auch zu einem anderen Zeitpunkt stattfinden können und nicht am Ferienbeginn oder Ferienende mit zusätzlich Hunderttausenden betroffenen Menschen in neun Bundesländern. Wer so agiert, disqualifiziert sich selbst und verwirkt bei der Bevölkerung das Verständnis.
Werner von Knoblauch, Schöneberg
Ich bin grundsätzlich für ein Streikrecht, denn nur so können Gewerkschaften gegenüber raffgierigen Konzernen wie der Bahn ihren Forderungen Nachdruck verleihen. Die Bahn verfolgt seit Jahren nur ein Ziel: mit aller Macht an die Börse, koste es, was es wolle, und das auch auf dem Rücken der Beschäftigten. Die Politik hat mit der Bahnreform das Streikrecht bei der Bahn maßgeblich gestärkt, als sie die damalige Deutsche Bundesbahn privatisierte und das Beamtentum dort abschaffte. Wer Beamte abschafft, muss sich dann auch mit dem grundgesetzlich garantierten Streikrecht arrangieren.
Peter Hirsch, Wilmersdorf, per E-Mail
Das Streikrecht müsste dahingehend reformiert werden, dass Streiks nur dann zulässig sind, wenn kein unmittelbarer volkswirtschaftlicher Schaden entsteht oder keine unmittelbare Schädigung Dritter erfolgt. Das wäre etwa der Fall, wenn die Verkehrsinfrastruktur durch Streiks ganz oder teilweise zum Erliegen kommt.
Sabine Peters, Karlshorst
Wann wird der machtbesessene Gewerkschaftsführer der GDL für den Schaden, der durch den Streik entsteht, zur Verantwortung gezogen? Ein Mann, der der deutschen Wirtschaft so großen Schaden zufügt, gehört nicht an die Spitze einer Gewerkschaft. Der volkswirtschaftliche Schaden ist immens, nur weil es so einer kleinen Gewerkschaft gestattet ist, zu streiken.
Karl-Heinz Hoffmann, per E-Mail
Sicher, die Lokführer sollen eine gerechte Anpassung ihrer Gehälter erhalten. Man sollte aber auch nicht vergessen, dass diese Menschen einen sicheren Arbeitsplatz haben. Anders als bei Siemens, Osram oder jetzt bei E-Plus.
Wolfgang Kunzendorf, per Mail

