Das gesamte Personalwesen in nahezu allen öffentlichen, aber auch in vielen privaten Betrieben scheint besonders krankheitsanfällig zu sein. Nach dem Mainzer Stellwerk-Debakel nun Berlin. Aber auch bei Polizisten und Lehrern sieht es ähnlich aus. Die Gründe sind naheliegend: Mitarbeiter werden schon lange nicht mehr als Menschen angesehen, sondern als Ressource. Der Mitarbeiter als Produktionsfaktor. Da ist für soziale Aspekte und persönliche Bedürfnisse kein Platz mehr. Es gilt, das Maximale aus diesen Personalressourcen rauszuholen. Krankheitsbedingte Ausfälle oder vorzeitiger Ruhestand ist im modernen kostenorientierten Personalmanagement nicht vorgesehen. Dieses wird sich erst wieder ändern, wenn der Mensch als Mensch und nicht mehr als Ressource ansehen wird.

Peter Hirsch, Wilmersdorf

Es ist doch ungeheuerlich, was die Bahn sich erlaubt: Eis, Regen, Schnee oder mal kein Personal als Entschuldigung für Zugausfälle oder Verspätungen. Die Politik schaut zu, der Dumme ist der Fahrgast. Entschädigung oder ernst gemeinte Entschuldigungen sind oft Fehlanzeige. Als Bürger ist man machtlos und wütend.

Friedrich Sütterlin, Neukölln

Das Problem beim Staatsunternehmen Deutsche Bahn ist, dass es wie bei einem privaten Monopolisten nach der Devise „Geiz ist geil“ geführt wird. Es wird nicht nur am Personal gespart, sondern auch bei banalen Dingen. Etwa, indem mangels Wartung immer häufiger Rolltreppen an Bahnhöfen nicht in Betrieb sind. Das ist insbesondere ein großes soziales Foul gegenüber älteren und gehbehinderten Menschen. Deswegen muss die künftige Bundesregierung die Philosophie diese Unternehmens grundlegend verändern.

Rasmus Ph. Helt, per E-Mail

Zoo sollte kein Freizeit- und Erlebnispark werden

Zum Artikel: „Der Neue im Gehege“ v. 20. September

Ich hoffe nur, dass die Visionen, die dem künftigen Direktor von Zoo und Tierpark vorschweben, nicht so ausarten, dass unser schöner und weltweit angesehener Zoo nicht wiederzuerkennen ist. Unser Zoo ist so, wie er ist, ein Kleinod, eine wunderschöne und gepflegte Oase mitten in der Stadt. In ihr können sich die liebevoll betreuten Tiere und die Besucher gleichermaßen wohlfühlen. Die Gehege sind gut zu erreichen, sie sind sorgfältig und verständlich beschildert und geben Auskunft über Herkunftsländer und Eigenart der Tiere. Die Modernisierung ist unter dem gegenwärtigen Direktor durchaus geschehen und auch sehr gut gelungen. Neue Gehege wurden errichtet, alte angemessen umgestaltet. Dass Jahr für Jahr so viele Besucher in unseren Zoo kommen, spricht doch wohl dafür, dass es so richtig ist. Einen Freizeit- und Erlebnispark aus unserem schönen Zoo zu machen wäre bestimmt ein Fehler.

Luzie Kannewischer, Alt-Mariendorf

Drittes Vatikanisches Konzil könnte Reformstau der Kirche lösen helfen

„Papst will mehr Einfluss für Frauen in der Kirche“ vom 21. September

Ein katholischer Frühling in der Kirche? Nein, Papst Franziskus zeigt lediglich Verständnis für die Situation von homosexuellen und geschiedenen Menschen beziehungsweise für Frauen, die abgetrieben haben, so, wie auch Jesus von Nazareth seinerzeit die Ehebrecherin („Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein“) nicht verurteilte, sondern sie dazu aufforderte, fortan nicht mehr zu sündigen. Das macht Papst Franziskus noch lange nicht zum Reformer. Den Reformwillen nehme ich ihm erst ab, wenn er den Schweizer Theologen Prof. Dr. Hans Küng rehabilitiert und den Reformstau in der Kirche durch die Einberufung eines Dritten Vatikanisches Konzils zur Klärung aller offenen Fragen auflöst.

Ronald Frede, per E-Mail

Auch auf großen Strecken ein zuverlässiger Begleiter

Zum Artikel: „Probefahrt: Der Suzuki Jimny ist nicht gut, aber irgendwie sympathisch“ v. 21. September

Das schlechte Urteil im Test kann ich nicht nachvollziehen. Als Besitzer dieses kleinen Geländewagens fällt mein Urteil deutlich besser aus. Nach einer Reise in die Karpaten und nach Albanien 2012 ging es diesmal in den Kaukasus. Die Strecke von Berlin nach Istanbul durch die Türkei nach Georgien und Armenien verlief problemlos. Eine Reise mit dem Jimny nach Zentralasien ist in Planung. Mein Urteil: Wer ein zuverlässiges, preiswertes, kleines Auto mit Allrad sucht und auch abseits befestigter Straßen nutzt, kann mit dem Suzuki Jimny glücklich werden. Mehr Auto braucht man nicht.

Karl-Heinz Rost, Wilmersdorf