Die Polizei sucht händeringend nach Bewerbern für die Ausbildung im Polizeidienst. Angeblich fehlt den bisherigen Bewerbern in vielen Fällen die nötige Eignung und Qualifikation für diesen schweren Beruf. Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Ich glaube eher, dass es vor allem an der geringen Bezahlung und der fehlenden Perspektive liegt. Sieht man sich die Einkommensentwicklung bei den Beamten in Berlin an, so muss man feststellen, dass diese im Vergleich zum Rest der Republik am schlechtesten bezahlt werden. Da fehlt nicht nur das 13. Monatsgehalt, da fehlen auch Gehaltserhöhungen in den vergangenen Jahren, ganz zu schweigen vom gestrichenen Urlaubsgeld. Bei niemandem wurde in den vergangenen zehn Jahren mehr eingespart als bei denen, die die Kohlen aus dem Feuer holen. Kein Wunder also, wenn Nachwuchskräfte Berlin den Rücken kehren. Denn andere Bundesländer und der Bund haben da weitaus mehr zu bieten. Und weil der Senat ganze Jahrgänge von Polizeianwärtern aus Berlin in andere Bundesländer hat ziehen lassen, entsteht eine immer größere Personallücke. Außerdem fehlt die berufliche Perspektive. Wer heute eingestellt wird, dem droht neben Beförderungsstopps und einer schlechteren Besoldung auch noch die fehlende Rückendeckung seitens der Politiker.

Christian Schirrmacher, Heiligensee

Da hilft auch keine Verlängerung der Bewerbungsfrist, die 300 Ausbildungsplätze für den mittleren und gehobenen Dienst bei der Polizei werden so kaum vernünftig besetzt werden können. Welcher junge Mensch träumt schon von einem Beruf mit einer derart geringen Wertschätzung? Hinzu kommen die Anforderungen hinsichtlich Allgemeinbildung und Fitness, die nicht jeder Bewerber erfüllen kann. Eigentlich gibt es nur eine einzige Lösung, und das ist eine umfassende Gehaltserhöhung für diesen künftigen Beruf, die ihn somit attraktiv machen würde.

Wolfgang Pickert, E-Mail

Komm in unser Team! In ein Team mit der schlechtesten Besoldung im Bundesdurchschnitt. In ein Team mit mangelnder Wertschätzung in der Politik und abnehmender Akzeptanz in der Bevölkerung. In ein Team, wo Überstunden und Mehrarbeit an der Tagesordnung sind. In ein Team, wo die besonderen Aufgaben einer Hauptstadtpolizei zu immer mehr artfremden Tätigkeiten führen. Und letztlich in ein Team, wo es kaum noch Karrierechancen gibt. Willkommen in der Realität des Arbeitsalltags eines Berliner Polizisten!

Peter Hirsch, Wilmersdorf

Es ist doch kein Wunder, dass sich zu wenige für eine Ausbildung bei der Polizei bewerben. Die rot-roten Landesregierungen der vergangenen Jahre haben die Berliner Polizei kaputtgespart. Die Berliner Polizisten werden vom Senat belogen, betrogen und missbraucht.

Dieter Schneider, Adlershof

Mangel an Unrechtsbewusstsein ist inzwischen schon normal

Zum Artikel: „Schwarzarbeit hinter Berliner Wohnungstüren“ vom 1. August

Der sehr interessante Artikel lässt erkennen, welcher Mangel an Unrechtsbewusstsein inzwischen normal ist. Die Schwarzarbeit sollte keinesfalls bagatellisiert werden und kann auch nicht mit Unlust auf den Behördenkram abgetan werden. Man darf bei Sozialleistungen vom Amt, die immer unterstützend gewährt werden, nicht von Bezügen reden, auf die bestimmte Beträge angerechnet werden, sondern von einer teilweisen Minderung der von allen Bürgern finanzierten Sozialleistungen. Wenn statt teilweiser Schwarzarbeit für 1100 Euro netto der Beruf einer Verkäuferin angestrebt wird, so erhebt sich die Frage, welche Verkäuferin einen derartigen Nettolohn erhält. Es geht letztlich nicht um 900 Millionen Euro Mehreinnahmen für Fiskus und Sozialkassen, sondern um die Akzeptanz von Recht und Gerechtigkeit.

Dieter Meier, Tegel

Steglitzer Tunnelgangster waren offenbar gut vorbereitet

Zum Artikel: „,Aktenzeichen XY‘ zeigt Tunnelraub von Steglitz“, vom 30. Juli

Dem Artikel ist zu entnehmen, dass die Steglitzer Tunnelgangster wohl auch am 18. Februar 2013 die Rohdiamanten auf dem Brüsseler Flughafen geraubt haben. In der Tat waren die Coups in Berlin und Brüssel filmreif. Auf Bargeld hatten es die Räuber jedenfalls nicht abgesehen. In den Schließfächern in Steglitz suchten die Räuber nach Gold, Uhren, Schmuck, Edelsteinen und Diamanten. In beiden Raubfällen sind die Täter äußerst dreist und gut vorbereitet vorgegangen – also waren es Profis.

Georg Kanne, Gesundbrunnen