Sigmar Gabriel hat einst als Umweltminister genug Zeit gehabt, ein Tempolimit auf Autobahnen einzuführen. Diese leidige Debatte ist wirklich absurd und überflüssig wie ein Kropf. Erst hat die SPD gegen die Energiewirtschaft gewettert, jetzt soll es auch noch der Autoindustrie an den Kragen gehen. Das kostet Arbeitsplätze und wäre unsozial.
Christoph Luban, per E-Mail
Es ist schon eigenartig, wie sich die Sozialdemokraten wenige Monate vor der Bundestagswahl präsentieren: SPD-Parteichef Gabriel fordert ein Tempolimit von 120 Stundenkilometern auf Autobahnen und bringt damit SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück auf die Palme. Das zerrüttete Verhältnis zwischen Steinbrück und Gabriel wird nicht nur für die Wähler immer offensichtlicher. Dabei lieben Wähler im Bundestagswahlkampf nichts mehr als die innere Geschlossenheit der Parteien, die sie gern wählen möchten. Streit unter Spitzengenossen kostest da nur Wählerstimmen. Bleibt zu hoffen, dass dieser anhaltende Streit nicht zu einer Dauerbelastung für den SPD-Bundestagswahlkampf wird.
Albert Alten, per E-Mail
Im Bundestagswahlkampf 1998 redeten sich die Grünen um ein gutes Wahlergebnis, als sie einen Benzinpreis von fünf D-Mark pro Liter forderten. Im Wahljahr 2013 macht das SPD-Chef Sigmar Gabriel, der ein Tempolimit von 120 Stundenkilometern auf Autobahnen vorgeschlagen hat – und das im Autoerfinderland Deutschland, wo jeder vierte Arbeitsplatz vom Automobilbau abhängt. Gabriels Idee ist ein Abwrackurteil für schnelle Autos. Die SPD degradiert damit deren Fahrer zu potenziellen Temposündern und so zum Zahlmeister der Bußgeldstellen. Wie heißt der SPD-Werbeslogan? „Das Wir entscheidet.“ Ja, wer denn nun?
Roland Klose, per E-Mail
Wen will Gabriel mit seinem Tempo-Vorstoß begeistern? Wenn er es damit auf die Anhängerschaft der Grünen abgesehen hat, dürfte dies ein Schuss in den Ofen sein. Denn den eventuellen Koalitionspartner damit zu schwächen, dürfte kaum im Interesse der SPD sein.
Bernd Schubert, per E-Mail
Gerade konnte Peer Steinbrück etwas durchatmen, die allgemeine Verstimmung über seine diversen verbalen Fettnäpfchen hatte sich etwas gelegt. Da meldet sich sein Parteivorsitzender Sigmar Gabriel zur Unzeit mit dem äußerst unpopulären Thema zu Wort. Da in Deutschland schon vermutlich 75 Prozent der Autobahnen temporeglementiert sind, kommt es auf die restlichen Strecken nun auch nicht mehr an.
Thomas Hansen, Reinickendorf
Das ist wieder typisch für die SPD: ideologisch Verbrämtes statt Fakten. Bei Autobahnen mit Limit sind die Unfallzahlen höher als bei solchen ohne. Ebenso unsinnig ist auch der Hinweis darauf, was in anderen Ländern üblich ist.
Herbert Gaiser, per E-Mail
Senat sollte umgehend Konzept für dauerhafte Seefestspiele erarbeiten
Zum Artikel: „Die Csárdásfürstin kommt ins Trockene“ vom 8. Mai
Leider wird nicht berichtet, welche tatsächlichen Gründe zur Verlegung der Seefestspiele geführt haben. Immerhin haben bereits 7300 Zuschauer (fast 25 Prozent der zu erwartenden Zuschauer) ihre Karten gekauft und werden nun vor vollendete Tatsache gestellt und verärgert. Es ist ein gewaltiger Qualitätsunterschied, ob sich 3000 oder 17.000 Zuschauer versammeln. Per Saalplanbuchung habe ich mir die Karten für fünf Personen ausgesucht, bezahlt und habe sie bereits in meinem Besitz. Seit Weihnachten freuen wir uns auf das Highlight am Wannsee, das nicht mit der Waldbühne vergleichbar ist. Nun gibt es einen Termin, den wir nicht wollten und bereits anderweitig verplant haben. Hinzu kommt, dass man in der Waldbühne keine festen Plätze buchen kann und auf Bänken ohne Rückenlehne sitzen muss. Auch nehme ich die Information, dass zumeist die älteren Zuschauer den Wunsch geäußert haben sollen, die Operette an einem anderen Ort stattfinden zu lassen, nicht ab. Dann hätte Veranstalter Peter Schwenkow nicht im November 2012 als Ergebnis der Zuschauerbefragung die dritten Seefestspiele angekündigt und zum Ende des vergangenen Jahres bereits mit dem Kartenverkauf begonnen. Die Waldbühne ist übrigens schlechter zu erreichen als das Strandbad Wannsee. Auch ist gerade für ältere Zuschauer die Waldbühne wegen der zahlreichen Stufen ungeeignet. Doch gerade die älteren Zuschauer sind die zahlungskräftigen, die das Kulturangebot nutzen. Bis August ist noch Zeit für die Senatsverwaltung zu überdenken, ob die Seefestspiele nicht wie geplant am Wannsee stattfinden können, und ein Konzept für dauerhafte Seefestspiele zu erarbeiten.
Monika Seydel, per E-Mail

