Anfang Januar soll der Drogenkonsumraum an der Birkenstraße 51 in Moabit eröffnet werden. Bis dahin wird der Eckladen, in dem sich Heroinabhängige in zwei Räumen unter medizinischer Aufsicht Rauschgift spritzen können, umgebaut worden sein, sagt Rolf Bergmann von der Drogenberatung Boa. Der Verein hat mit dem Senat einen zweijährigen Vertrag für das Pilotprojekt Drogenkonsumraum unterzeichnet. Bergmann erwartet, dass anfangs täglich etwa 30 Süchtige das Angebot an der Birkenstraße annehmen werden.

Das Senatsprojekt, zu dem ein weiterer Druckraum in Kreuzberg sowie ein Drogenbus zählen, stößt bei Moabitern auf vehemente Ablehnung. Etwa 120 Anwohner machten ihrem Ärger auf einem Diskussionsabend der SPD Mitte am Montag Luft. Vor allem verübeln sie den Bezirkspolitikern, "alles bereits entschieden zu haben, ohne die betroffenen Bürger zu hören", sagt Heidi Neugebauer vom Betroffenenrat Stephankiez. Sozialstadtrat Christian Hanke (SPD) versprach, auf einer Bürgerversammlung in einem halben Jahr eine Zwischenbilanz zu ziehen. Die Gesundheitsverwaltung des Senats bietet jeden Donnerstag (16-18 Uhr) in der Senatsverwaltung an der Oranienstraße 106 (Zimmer 30 63) eine Sprechstunde zum Thema "Druckräume" an. Anmeldung unter Tel.: 90 28 16 62.

M.A.