Er hat ein eher putziges Image, das vom netten Telekom-Onkel. Jähzorn oder gar Gewalt würde man ihm nicht zutrauen. Berühmt wurde er in seiner Glanzrolle als skurriler, leicht korpulenter Telefon-Verkäufer in Weihnachts-Werbespots. Der viel beschäftigte Schauspieler Markus Majowski ("Die dreisten Drei", "Höllische Nachbarn", "Im Visier der Zielfahnder") ist in den Fokus der Justizbehörden gerückt.
Wie erst jetzt bekannt wurde, soll Majowski am 2. Oktober 2002 vor seinem Haus an der Herthastraße in Grunewald Kieselsteine auf drei Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren geworfen haben. Justiz-Sprecher Björn Retzlaff: "Es ging ein Klingelstreich voraus. Ein Vater hat Anzeige wegen gefährlicher Körperverletzung erstattet." Die Jugendlichen hätten leichte Hautrötungen an den Beinen erlitten.
Inzwischen sind die Ermittlungen abgeschlossen. Über das Ergebnis will Retzlaff aber noch keine Angaben machen. Seine Begründung: "Es muss zunächst dem Beschuldigten zugestellt werden." Dem 39-jährigen Majowski, der auch schon einen Tatort-Kommissar mimte, könnte eine Geldstrafe, im schlimmsten Fall Gefängnis drohen. Der Schauspieler habe die Tat bestritten, heißt es aus der Behörde. Er habe jedoch zugegeben, sich mit den Jugendlichen nach dem Streich gestritten zu haben.
Majowski, der als publicityscheu gilt und ausgerechnet Sponsor des Evangelischen Jugend- und Fürsorgewerks ist, war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Auch aus dem Büro seines Münchener Managers hieß es: "Kein Kommentar." Auf seiner Homepage gibt Majowski der Öffentlichkeit jedoch unter "Lieblingszitat" einen viel sagenden Satz des Schriftstellers Gustav Freytag mit auf den Weg: "Missklänge gibt es überall. Und nur unser ist die Schuld, wenn wir sie übermäßig empfinden."
ela

