Laien sind ebenso dabei wie Profis: Bei der Fête de la Musique wird am Sonntag der Sommer traditionell musikalisch begrüßt. An 105 Orten in Berlin gibt es drinnen und draußen Konzerte verschiedener Stilrichtungen – kostenlos. Am Tag der Sommerwende darf jeder spontan draußen musizieren. Mit einigen Einschränkungen: Ein Verstärker ist nicht erlaubt. Außerdem darf nicht vor schutzwürdigen Einrichtungen wie Krankenhäusern, Altenheimen, Kirchen während des Gottesdienstes und Schulen während der Unterrichtszeit – was bei der 21. Ausgabe an diesem Sonntag kein Thema sein dürfte – musiziert werden. Bis 22 Uhr soll das Musikspektakel gehen, danach dürfen im Freien keine Konzerte mehr gegeben werden.

„Für viele ist die Fête auch die erste Möglichkeit, sich vor einem größeren Publikum zu beweisen“, sagte Ines Schilgen, Pressesprecherin des Veranstalters Fête Company, am Freitag. Für mittlerweile bekannte Bands wie Element of Crime oder Sportfreunde Stiller sei die Fête der Einstieg ins Musikgeschäft gewesen. Inoffizieller Auftakt ist diesmal das Konzert „Staatsoper für Alle“ um 13 Uhr auf dem Bebelplatz: Unter der Leitung von Daniel Barenboim spielt die Staatskapelle Wagner, Tschaikowsky und Beethoven. Die Berliner Posaunenchöre werden ab 16 Uhr auf den Dächern Berlins mit ihrem traditionellen „Turmblasen“ den Sommer begrüßen.

Einige Programmpunkte gibt es zum ersten Mal; etwa eine reine Gospelbühne der Gethsemanekirche. In der „Boombox-Ausstellung“ in der noisy Musicworld werden hingegen die buntesten, größten und außergewöhnlichsten Ghettoblaster gezeigt. Für Kinder gibt es an 25 Standorten ein spezielles Programm zum Zuhören und Mitmachen. Das „Klingende Mobil“ lädt zum Beispiel im Österreichpark in Charlottenburg dazu ein, Konzertinstrumente selbst ausprobieren. Außerdem wird gezeigt, wie diese Instrumente hergestellt werden. Erfunden wurde die Fête de la Musique in Frankreich. 1982 wollte der Kulturminister Jack Lang alle Menschen, die ein Instrument spielen, auf den Straßen von Paris versammeln. Das spontane Fest kam so gut an, dass inzwischen 540 Städte weltweit die Idee übernahmen – davon 300 in Europa und etwa 50 in Deutschland. In Berlin wird die Fête de la Musique seit 1995 gefeiert, die Veranstalter erwarten auch in diesem Jahr wieder rund 90.000 Besucher. Das Musikfest wird zu 25 Prozent von der Senatskanzlei und zu 75 Prozent durch Mittel der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin finanziert.

Mehr Informationen im Internet unter: www.fetedelamusique.de/berlin

dpa/kla