Ein großer Wurf kann es nicht werden – aber eine sehr kritische Fragestunde. Denn „die Vorlagen der Geschäftsführung des Tierparks lassen mehr Fragen offen, als sie beantworten“, sagt der Tierpark-Experte Alexander J. Herrmann (CDU). Zwei Jahre nach der ersten Präsentation des Masterplans gebe es immer noch nicht mehr als „einen bunten Strauß an Ideen, was man machen möchte“. Er fordert von Aufsichtsrat wie Geschäftsführung des Tierparks eine detaillierte Aufschlüsselung der Kosten. „Wir haben im Haushaltsplan sogar Planungsmittel in Höhe von 250.000 Euro bereitgestellt – aber die haben mit den Planungen ja noch nicht angefangen“, fügt Herrmann hinzu.
Sein Kollege in der Regierungskoalition und Vorsitzender des Hauptausschusses, Fréderic Verrycken (SPD), sagt: „Wir wollen sogar Geld für den Masterplan geben – aber zuvor würden wir gerne genauer wissen, wofür: Wie wird er konkret ausgestaltet, welche Termine sind gesetzt? Da müsste dringend Tempo gemacht werden.“ Zumal die Landeshaushaltsberatungen 2014/15 bald anstünden und die internen Abstimmungen schon liefen. Verrycken sieht starke strukturelle Schwächen. Damit ist auch die Qualität der Zusammenarbeit des Zoo- und Tierpark-Führungsteams gemeint, also von Gabriele Thöne als Finanzvorstand und Bernhard Blaszkiewitz als Zoo-Direktor. Deren Bestellung und Abberufung steht ebenfalls auf der Tagesordnung des Hauptausschusses. Allerdings wird der Aufsichtsrat von Zoo und Tierpark sich erst am 24. April damit beschäftigen. „Man vertröstet uns“, kritisiert Heiko Herberg (Piraten). Er spricht sich klar für eine Abberufung Blaszkiewitz’ aus. Und der stellvertretende Vorsitzende des Hauptausschusses, Jochen Esser (Grüne), betont: „Wir geben dem Tierpark sechs Millionen Euro im Jahr. Da erwartet man eine vernünftige Geschäftsleitung.“
Unklar ist auch, wer für Ausschreibungsfehler bei dem 9,97 Millionen Euro teuren Sanierungsprojekt zum Umbau des Alfred-Brehm-Hauses verantwortlich ist. Betroffen waren Ausschreibungen zu erweiterten Rohbauarbeiten, Stahlbau und Korrosionsschutz sowie der Glasfassade.
Der Tierpark ist ein Tochterunternehmen der Zoo AG. Er ist auf Zuschüsse des Landes angewiesen. Geplant sind laut Wirtschaftsplan 2013 der Tierpark Berlin-Friedrichsfelde GmbH für das laufende Jahr 6,27 Millionen Euro. Der Betrag sinkt jährlich: Vor zwei Jahren noch hatte das Haus 7,9 Millionen Euro vom Land erhalten. Auch die Erträge sinken. Laut Wirtschaftsplan betrug im Jahr 2011 die Ertragssumme 15,538 Millionen Euro. Für 2013 sind 13,951 Millionen Euro eingeplant. Zugleich wird das Minus immer größer. Im Jahr 2013 lag das Jahresergebnis (Erträge abzüglich Aufwendungen) bei minus 212.136 Euro. Für das laufende Jahr wird bereits mit einem Minus von 1.080.700 Euro gerechnet. Gedeckt werden soll der Verlust zwar erneut in voller Höhe aus Rücklagen – doch laut Wirtschaftsplan existieren nur noch Rücklagen in Höhe von 850.781 Euro.
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