Das spanische Bekleidungsunternehmen Inditex zieht es in die City West. Der Mode-Einzelhändler gilt als weltweit größter. Marken wie Zara und Massimo Dutti gehören zu ihm. Mit einem neuen Einzelhandelskonzept wird er an der Tauentzien- Ecke Rankestraße ein Geschäft eröffnen. Dort, wo bis zum Frühjahr dieses Jahres die größte Berliner Hugendubel-Filiale ihren Sitz hatte, will der Konzern im kommenden Jahr auf einer Fläche von 1600 Quadratmetern Mode für junge Leute verkaufen.
Der Mietvertrag wurde gerade unterschrieben. Eröffnung soll im Mai 2013 sein. Dann will auch der Young-Fashion-Mieter "Forever 21" aus Los Angeles dort seinen ersten Flagship-Store in Deutschland eröffnen. Fast 3000 Quadratmeter über vier Geschosse hat die US-Modekette angemietet. "Der Tauentzien hat im Bereich Young Fashion eine ungebremst starke Nachfrage", freut sich Stefan Schober von der Gutman Investment GmbH, die das Haus für die Eigentümergemeinschaft verwaltet. Im Gegensatz zum Schuhgeschäft Leiser bleiben H&M, E-Plus und das Frauen-Fitness-Studio laut Schober Mieter des Hauses. Im Oktober wurde das markante Geschäftsgebäude eingerüstet. Im Innern werden die Flächen gerade neu eingeteilt und modernisiert. Die denkmalgeschützte Fassade wird dabei ebenfalls restauriert.
Gebäude mit Geschichte
Das runde markante Eckgebäude war im Jahr 1955 als Neubau eines Warenhauses für die Helmut Horten GmbH begonnen worden, die dort auf dem rund 10.000 Quadratmeter großen Grundstück das ehemalige Deutsche Familien-Kaufhaus (DeFaKa) betrieb. Wie dem Archiv des Museums Charlottenburg-Wilmersdorf weiter zu entnehmen ist, wurde das Warenhaus an der Tauentzienstraße 13 Ecke Rankestraße 36 am 29. September 1957 eröffnet. Die Eingänge waren mit Marmor verblendet, es gab fünf Fahrstühle, einen Schnellfahrstuhl und zwei Warenaufzüge.
Für den architektonischen Entwurf zeichnete Paul Schwebes (1902-1978) verantwortlich, der in den 50er-Jahren auch das Zentrum am Zoo (heute Bikini Berlin), das Haus Hardenberg (ehemals Kiepert, heute Lehmanns Buchhandlung und Manufactum) und das Bristol Hotel Kempinski entwarf sowie den Wiederaufbau der Deutschlandhalle betreute. Die Warenhauskette "DeFaKa" hatte Horten 1954 erworben. Ursprünglich war sie 1925 von Jakob Michael gegründet worden, der 1932 in die USA emigriert war und als Eigentümer seiner Kette eine amerikanische Firma gegründet hatte. In den 70er-Jahren verschwand die Marke DeFaKa, die Häuser wurden in Horten umbenannt. 1965 hatten die rund 20 DeFaKa-Häuser in Deutschland noch ein Viertel des Gesamtumsatzes aller Horten-Betriebe erzielt.
Vermieter am Tauentzien - seit Jahren die meist frequentierteste Shoppingmeile Berlins - müssen sich um die Zukunft nicht sorgen. "Die Nachfrage ist weiterhin sehr stark. Und die Entwicklung der City West mit dem Zoofenster, dem Upper West, dem Bikini Berlin und anderen interessanten Bauvorhaben ist ausgesprochen erfreulich",sagt Schober.

