Zum Artikel: „Pro­ble­ma­ti­sches
Fundament“ vom 24. April

Eigentlich unglaublich: Da bekommt Berlin durch den Wiederaufbau des Stadtschlosses als Humboldt Forum ein Jahrhundertgeschenk, eine Chance, seine durch Krieg und Abrisswahn geschundene Stadtmitte ein wenig zu heilen, und was passiert? Die Sichtachse von den Linden auf Schloßplatz und Lustgarten wird mit einer überdimensionalen Stahl-Beton-Wippe verstellt. Gibt es keinen anderen Ort in Berlin? Muss es genau dort sein?

Ein bisschen mehr Respekt vor Schinkel und dem preußischen Berlin wäre architektonisch angebracht. Was würden wohl die Frankfurter, Kölner, Münchner und Dresdner sagen, wenn man auf Römerberg, Domplatte, Stachus oder vor der Frauenkirche eine Riesenwippe aufstellen würde? Soll doch das Stuttgarter Architekturbüro seinen Entwurf vor dem Schloss im Herzen der baden-württembergischen Landeshauptstadt errichten.

Marco Rosenwick, Wilhelmsruh

Die Linke ist gegen den Entwurf für das Freiheits- und Einheitsdenkmal. Das kann ich durchaus nachvollziehen, stellt es für mich doch lediglich eine Attraktion für Kids mit ihren Skateboards dar. Nun argumentiert die Linke mit dem historischen Mosaik im Sockel des ehemaligen Kaiser-Wilhelm-Reiterstandbildes. Und das gehört genau dort hin. Wir können uns unserer Geschichte nicht entziehen. Vor das historische Schloss gehört ebenso das historische Reiterstandbild.

Werner Melch, Lichterfelde

Man muss kein Linker sein, um dieses Denkmalsmonstrum – die allerletzte Verschandelung des Schlossvorplatzes – als Einheitsbeleidigung zu betrachten.

Es sei denn, man möchte wirklich so bildlich an die Verschaukelei der ostdeutschen Bürger erinnern.

Herbert Willmann, Spremberg

Diese nutzlose Diskussion und das Hin und Her zum leider bereits genehmigten und baureifen Einheitsdenkmal sind für Berlin mal wieder typisch. Ich behaupte, dass ein Großteil der Berliner Bürger mit erheblicher Gleichgültigkeit auf den Bau oder Nicht-Bau dieses Denkmals reagiert. Schließlich sind die geplanten 15 Millionen Euro für die Erstellung aber keine Kleinigkeit. Und das Budget wird ja sowieso überzogen. Das Geld könnte in Berlin sinnvoller eingesetzt werden.

Michael Klages, Spandau

Zu viele ungelöste Probleme mit der E-Mobilität

Zum Kommentar: „Halb­her­zig für die E-Mo­­bi­­li­tät“ vom 23. April

Das Problem der E-Mobilität liegt wie richtig erkannt in der geringen Reichweite und der Aufladung. Aber auch die E-Autos auf die Busspuren zu verlagern, halte ich für bedenklich, da der BVG-Nutzer eine adäquate Beförderung verlangen kann und man nicht noch zusätzlich zu den Radfahrern, Taxis und Sonderfahrzeugen eine Behinderung braucht. Ebenso sind die Supermarkt-Parkplätze inzwischen flächendeckend mit einer Parkhöchstzeit von einer Stunde begrenzt.

Michael Nitzsche, per E-Mail

Ich wollte mir ein Elektroauto oder -motorrad kaufen und habe bei meiner Behörde in Berlin nachgefragt, ob es möglich ist, dieses Fahrzeug gegen Bezahlung auf meiner Dienststelle aufzuladen. Dieses wurde konsequent abgelehnt und auch dort nicht gestattet, wo schon eine Elektrosteckdose existiert. Man sieht also, dass die Elektromobilität anscheinend vom Senat und seinen Behörden nicht gewünscht ist. Man sieht es auch in der Anschaffung von Elektrofahrzeugen bei den Behörden, die so gut wie nicht stattfindet.

Rainer Stach, per E-Mail