Proteste

Polizei ermittelt nach Todesdrohungen wegen AfD-Parteitag

Ein Kölner Hotel vermietet einen Saal an die AfD. Die Aufregung ist groß, Hotel-Mitarbeiter werden bedroht. Nun ermittelt die Polizei.

In Oberhausen protestierten Ende Januar Hunderte gegen den AfD-Landesparteitag. Nun gibt es auch Proteste in Köln gegen ein Treffen der Partei.

In Oberhausen protestierten Ende Januar Hunderte gegen den AfD-Landesparteitag. Nun gibt es auch Proteste in Köln gegen ein Treffen der Partei.

Foto: Roland Weihrauch / dpa

Köln/Berlin.  Der für den 22. April geplante AfD-Bundesparteitag im Kölner Maritim-Hotel sorgt für immer mehr Aufregung. Weil Hotel-Mitarbeiter sogar von AfD-Gegnern mit dem Tode bedroht wurden, falls sie an dem Tag arbeiten, hat die Polizei nach Angaben eines Sprechers die Ermittlungen aufgenommen. Der Betriebsrat des Hotels sah sich zudem zu einem Appell genötigt.

"Seitdem der Termin öffentlich wurde, sieht sich die Belegschaft des Hotels Bedrohungen und Anfeindungen ausgesetzt", heißt es in dem Papier, das unserer Redaktion vorliegt. Und weiter: "Die Dimension der Bedrohungen und Diffamierungen durch soziale Medien und anonyme Anrufer ist jedoch nicht akzeptabel. Unsere Kolleginnen und Kollegen werden während ihrer Arbeitszeit im Hotel mit dem Tode bedroht. Uns wird gesagt, dass wir auf keinen Fall an diesen beiden Tagen arbeiten sollten, weil der ganze Bau brennen wird'."

Karnevalsbands gegen AfD-Treffen in Köln

Zuvor hatte es in der Öffentlichkeit scharfe Kritik an dem Parteitag der AfD gegeben. So hatten Kölner Karnevalsstars gegen das Treffen in der Domstadt protestiert. "Köln stand, steht und soll immer stehen für Weltoffenheit, Toleranz und nicht zuletzt Nächstenliebe", heißt es in einer Erklärung, die Bands wie die Bläck Fööss, Brings, Höhner oder Paveier und Comedians wie Marc Metzger oder Bernd Stelter unterzeichnet haben.

Sie kritisieren, dass der fremdenfeindlichen Partei eine Bühne geboten würde. Es sei nicht hinnehmbar, dass dort Rechtspopulisten die "Gelegenheit gegeben werden soll, einer menschenverachtenden Gesinnung Gehör zu verschaffen".

Hoteldirektor hält an Vertrag mit AfD fest

Der Direktor des Hotels, Hartmut Korthäuer, hatte dagegen am Dienstag erklärt, er halte an der Veranstaltung fest. An der vertraglichen Situation habe sich nichts geändert, "auch wenn wir nicht zu den AfD-Wählern gehören".

Der Betriebsrat des Hotels betont nun, er teile die Meinung der Geschäftsführung und der Direktion der Maritim Hotel Gesellschaft, dass die AfD ein Teil der demokratischen Landschaft Deutschlands ist. Dies bedeute aber weder, dass die politischen Ansichten dieser Partei geteilt würden, noch Äußerungen einzelner Mitglieder für gut geheißen werden, so der Betriebsrat.

Betriebsrat: "Fordern Ende der Hetzkampagne"

In der Mitteilung heißt es: "Im Maritim Hotel Köln sind 260 Arbeitnehmer beschäftigt, die auf diesen Arbeitsplatz angewiesen sind. Bei uns arbeiten Menschen aus 30 Nationen. Wir sind schwarz, braun, gelb und weiß! Wir sind weltoffen, tolerant und bunt und wir gehen respektvoll miteinander um." Die Mitteilung endet mit dem Appell für "ein sofortiges Ende dieser Hetzkampagne auf dem Rücken der Arbeitnehmer des Maritim Hotels Köln".

Es ist nicht das erste Mal, dass eine AfD-Veranstaltung für Wirbel sorgt. Erst Ende Januar hatte der Landesparteitag der NRW-AfD in der Stadthalle Oberhausen für Aufregung gesorgt. Die Stadt Oberhausen hatte versucht, die Vermietung der städtischen Luise-Albertz-Halle an die Partei zu stoppen. Dagegen war die AfD jedoch beim Landgericht Duisburg erfolgreich juristisch vorgegangen.

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