Mit einer Aufklärungskampagne will Deutschland die Massenflucht aus Afghanistan eindämmen: Die Bundesregierung startete eine Plakataktion, in der sie die Menschen vor der Gefahr der Reise warnt und unrealistischen Vorstellungen vom Leben in Deutschland entgegentritt, wie das Auswärtige Amt in Berlin am Montag mitteilte. In diesem Jahr sind bislang 146.000 Menschen aus Afghanistan nach Europa geflohen. Allein 80.000 Afghanen hätten in Deutschland Asyl beantragt, erklärte der afghanische Außenminister Salahuddhin Rabbani vor dem Parlament in der Hauptstadt Kabul.
„Sie wollen Afghanistan verlassen? Haben Sie es sich genau überlegt?“, steht auf zahlreichen Plakaten in Kabul und anderen Großstädten Afghanistans. Flankiert ist die Plakataktion von Warnungen in den sozialen Medien, etwa auf der Facebook-Seite der Deutschen Botschaft in Kabul. Dabei wird nicht nur auf die Gefahren und Risiken der Flucht nach Europa hingewiesen, sondern auch Gerüchten entgegengetreten, Afghanen würde automatisch Asyl und die deutsche Staatsbürgerschaft gewährt.
Auch die Regierung in Kabul versucht mit Anzeigen, Plakaten und Warnungen in den sozialen Medien die Menschen von der Flucht abzuhalten. Dennoch reißt die Zahl derjenigen, die einen Pass beantragen, um Afghanistan zu verlassen, nicht ab. Die Regierung in Kabul bat Deutschland am Montag erneut, abgelehnte Asylbewerber nicht nach Afghanistan abzuschieben. Die Frage der Abschiebung abgelehnter Asylbewerber hat in den vergangenen Wochen zwischen Deutschland und Afghanistan für Differenzen gesorgt.
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