Die Suche nach dem verschwundenen sechsjährigen Elias aus Potsdam ist am Montag unvermindert fortgesetzt worden. Erneut waren neben 150 Polizeibeamten auch Suchhunde und Taucher im Einsatz, sagte Polizeisprecher Christoph Koppe. Bei der Suche nach Elias kommen jetzt auch insgesamt 17 digitale Infotafeln im gesamten Berliner Stadtgebiet zum Einsatz. Auf ihnen werden seit Montag das Bild es Jungen und die Kontaktdaten der Polizei gezeigt.

Die Ermittler haben inzwischen den Zeitpunkt, an dem Elias zuletzt auf einem Spielplatz gesehen wurde, um zwei Stunden auf Mittwoch, 15 Uhr, vorverlegt. Die ersten Angaben der unter starkem nervlichem Druck stehenden Mutter des Jungen könnten fehlerhaft gewesen sein, hieß es zur Begründung seitens der Polizei.

Die umfangreiche Suche nach dem Jungen war in der Nacht zu Montag erneut ergebnislos geblieben. Seit dem Verschwinden des Sechsjährigen sind nach Polizeiangaben bis zu Montagnachmittag rund 270 Hinweise eingegangen, ohne dass sich daraus ein konkreter Hinweis auf den Aufenthaltsort des kleinen Elias ergeben hat. Jeder Hinweis werde eingehend geprüft. So habe die Polizei auch am Wochenende mit hohem Personalaufwand Videoaufnahmen aus Überwachungskameras aus Bussen, Bahnen, Supermärkten und Tankstellen gesichtet und die Bilder mit Zeugenhinweisen abgeglichen, sagte Christoph Koppe am Montag der Berliner Morgenpost.

Die Potsdamer Polizei zeigte sich zudem von dem Zuspruch und der Hilfe der Freiwilligen überwältigt. „Wir sind dankbar, dass die Potsdamer sich so engagieren und dranbleiben“, betonte der Polizeisprecher.

Nachbarn werden befragt

Die Polizei wollte am Montag und den folgenden Tagen an alle Bewohner des Stadtteils Schlaatz, die bisher nicht erreicht und befragt werden konnten, Informationszettel verteilen und sie bitten, sich zu melden. Das flächendeckende Aufsuchen der Anwohner war in den vergangenen Tagen bereits von zahllosen Beamten der Bereitschaftpolizei ermöglicht worden.

Im Zuge der Vermisstensuche waren zunächst das gesamte Wohngebiet am Schlaatz, Kellerräume und leer stehende Gebäude überprüft worden. Sowohl hochsensible Man-Trailer-Spürhunde, Polizeihubschrauber und 50 Feuerwehrleute wurden rasch in die umfangreichen Suchmaßnahmen einbezogen. Die Wasserschutzpolizei fuhr die Uferbereiche der Alten und Neuen Fahrt und der Freundschaftinsel ab, Taucher suchten im Flüsschen Nuthe nach dem Kind, die Wiesen entlang der Nuthe wie auch Laubenkolonien wurden durchstreift. Doch ein Hinweis auf den Verbleib des Jungen ergab sich nicht.

Nach Angaben der Polizei ist nach wie vor absolut unklar, wo Elias sein könnte. Es gebe bislang weder Anzeichen für ein Verbrechen noch für einen Unglücksfall, sagte ein Ermittler. Der Sechsjährige wurde zuletzt am Mittwochnachmittag auf einem Spielplatz direkt vor der Wohnung seiner 25 Jahre alten Mutter im Stadtteil Schlaatz gesehen. Seitdem fehlt jedes Lebenszeichen von ihm. Elias ist etwa 1,10-1,20 Meter groß und schmächtig. Der Junge hat kurze, blonde Haare und blaue Augen. Er war mit einer hellblauen Jeans, einem weißen T-Shirt mit langen Ärmeln und hellblauem Adidas-Schriftzug bekleidet, trug dunkelblaue Turnschuhe mit weißen Sohlen.

Hinweise zu dem vermissten Kind nimmt die Polizei weiterhin telefonisch unter der geschalteten Sonderrufnummer 0331-5508-1108 oder im Internet unter www.internetwache.brandenburg.de entgegen.