Es sind Bilder, die schockieren. Das Video aus einer Überwachungskamera im U-Bahnhof Hermannstraße in Neukölln, in dem dokumentiert wird, wie eine junge Frau durch den Fußtritt eines Jugendlichen eine Treppe hinabgestoßen wird, zeugt von sinnloser Gewalt und erschreckender Menschenverachtung. Die Reaktion kann niemanden überraschen. Nachdem die Polizei die Szene sechs Wochen nach der Tat aus Fahndungsgründen endlich öffentlich gemacht hat, ist einmal mehr die Diskussion um die Sicherheit in Berlins öffentlichen Verkehrsmitteln entbrannt.

Sie wird so hitzig geführt, weil das, was der wehrlosen Frau widerfahren ist, zumindest gefühlt jedem zustoßen könnte. So verständlich also die Empörung, so nötig zugleich die Mahnung vor falschen Schlussfolgerungen. Die BVG befördert täglich rund 2,7 Millionen Fahrgäste, die S- Bahn etwa 1,4 Millionen. Dabei verzeichnet die BVG-Statistik im ersten Habjahr 1179 Gewalttaten. Insgesamt ist die Zahl der Gewaltverbrechen laut Kriminalitätsstatistik auf dem niedrigsten Stand seit 20 Jahren.

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Polizei veröffentlicht Video vom U-Bahn-Treter

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    Das allein kann niemanden beruhigen. Aber es ist ein weiterer Beleg dafür, dass die gefühlte und die reale Sicherheitslage in unserer Stadt stark auseinanderklaffen. Richtig auch, dass Berlin im Vergleich der Millionenstädte ziemlich sicher ist. Verbesserungen aber sind immer möglich. Nicht alle 173 Berliner U- Bahnhöfe können personell so aufgerüstet werden, dass Angriffe wie an der Hermannstraße ausgeschlossen werden. Aber warum wird das Fahndungsvideo erst nach Wochen öffentlich?

    Täterschutz bei der Suche nach Tätern, deren Tat dokumentiert ist? Das Opfer hat Anspruch , dass der oder die Täter schnell gefasst werden. Zumindest in diesem Fall bleibt es unverständlich, den Videobeweis so lange unter Verschluss zu halten. Und wenn die Täter gefasst sind, stoßen sie hoffentlich nicht auf zu nachsichtige Richter.