Das sind keine guten Nachrichten: Laut Berliner Verfassungsschutz haben nicht nur gewaltbereite Islamisten regen Zulauf. Auch die Zahl der Rechtsextremisten ist gestiegen. Denn mit der Hetze gegen Flüchtlinge und Muslime haben die Rassisten ein Thema gefunden, mit dem sie Anhänger auch unter Berlinern finden konnten, die sich selbst nie als Rechtsex-tremisten, sondern als „konservative Patrioten“ oder als besorgte Anwohner betrachten.

Dass sowohl die pseudoreligiös verbrämten Dschihadisten als auch die rechtsextremen Flüchtlings- und Islamhasser Zulauf haben, ist kein Zufall. Denn beide können sich eines Nährbodens erfreuen, auf dem Ausgrenzung und Hass gedeihen. Für die Rechtsextremen sind das jene „Islamkritiker“, die bei ihrer Kritik jedes Maß und jede Differenzierung verloren haben und die „Werte des Abendlandes“ mit ihrer empathielosen Flüchtlingsschelte mit Füßen treten. Für die Dschihadisten sind es jene Muslime, die aus dem Hinweis auf zunehmende Islamfeindlichkeit einen Opferstatus herleiten und so eine Legitimation, sich endlich wehren zu müssen.

Was tun? Ruhe bewahren – und miteinander reden, statt verbal aufeinander einzudreschen. Denn Radikale brauchen zur Mobilisierung einen Feind. Mit den gewaltbereiten Islamisten und rassistischen Rechtsextremen haben sich zwei Gruppen gefunden, die aufeinander angewiesen sind, um ihren Hass aufrechtzuerhalten. Wir sollten ihnen keine Steilvorlagen liefern.