Viele Kinder haben Angst, wenn das Licht ausgeht. Manche Erwachsene auch. So ist es eine ältere Frau im schwedischen Drei-Minuten-Film „Lights out“, die zitternd in ihrem Bett liegt, während sich mit kratzenden Schritten bei flackerndem Licht eine Gestalt ihrem Bett nähert. Die sie aber nur sieht, wenn das Licht ausgeht. Einfach. Gruselig. Fand auch „Saw“-Erfinder James Wan - und bat den schwedischen Regisseur David F. Sandberg, aus seinem Kurz- einen Langfilm zu machen.

Großer Effekt mit einfachen Mitteln

„Lights Out“ profitiert dabei vor allem von seiner gruseligen Grundidee. Eine schwarze Figur, die nur zu sehen ist, wenn das Licht ausgeht, schürt die Ur-Ängste des Zuschauers im Dunklen. Im Film ist es ein Dämon namens Diana, der sich als alte Freundin in das Gehirn der depressiven Sophie (Maria Bello) gepflanzt hat. Er sorgt für das Aufkommen verdrängter Kindheitsängste bei deren erwachsener, rebellischer Tochter Rebecca (Teresa Palmer) und für schlaflose Nächte bei deren kleinem Halbbruder Martin (Gabriel Bateman).

Und das mit einfachen Mitteln: Ein Klopfen von Nirgendwo. Sich selbst öffnende Türen. Ein Kratzen auf dem Boden. Viel flackerndes Licht. Effektvolle Musik. Das verfehlt seine Wirkung nicht. „Lights Out“ ist schlicht, im besten Sinne. Schwach, wenn er das Verhalten seiner Figuren erklären, und stark, wenn er nur ein kleiner schmutziger Horrorfilm sein will. Wenn er zur Ruhe kommt, die Geräusche aufhören – und das Licht ausgeht.