Kunst

Berliner Museum Berggruen öffnet nach zwei Jahren wieder

Nach zweijähriger Sanierung wird das Museum Berggruen wieder geöffnet. Ob Picasso, Matisse oder Klee – die Meister der klassischen Moderne haben nun doppelt so viel Platz.

Foto: TOBIAS SCHWARZ / REUTERS

Nach zweijährigem Umbau ist das Berliner Museum Berggruen mit seiner Sammlung der Klassischen Moderne von diesem Samstag an wieder für das Publikum zugänglich. Das vom Kunsthändler Heinz Berggruen (1914-2007) gestiftete Museum wurde auf 1200 Quadratmeter Ausstellungsfläche – das Doppelte – erweitert.

Bei Umbaukosten von 7,6 Millionen Euro, die vom Bund finanziert wurden, werde damit das Museum noch attraktiver, erklärte Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) am Freitag. Im Museum direkt gegenüber vom Schloss Charlottenburg werden unter anderem Werke von Pablo Picasso, Paul Klee und Alberto Giacometti gezeigt.

Museum um benachbartes Kommandantenhaus erweitert

Es sei ein "bleibender Akt der Versöhnung", dass Berggruen, der 1936 aus Deutschland flüchten musste, seine Sammlung nach Berlin gebracht habe, sagte Neumann. Der Kulturstaatsminister dankte zugleich Berggruens Witwe Bettina und den Söhnen Olivier und Nicolas dafür, dass sie das Mäzenatentum des Sammlers großzügig fortführen wollten.

Mit dem Umbau wurde der neoklassizistische Stüler-Bau um das benachbarte Kommandantenhaus erweitert. In dem Ende des 19. Jahrhunderts für Unteroffiziere gebauten Wohnhaus war zuletzt eine Kindertagesstätte untergebracht. Das Architekturbüro Kuehn Malvezzi hat die beiden denkmalgeschützten Gebäude durch eine Pergola aus Stahl und Glas verbunden. Dahinter öffnet sich ein Skulpturengarten, gesäumt von alten Bäumen.

Kernstück sind Picasso-Werke aus allen Perioden

Besitzer der Sammlung ist die vom Bund und den Ländern getragene Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Ihr hatte Heinz Berggruen seine Schätze 1996 zunächst als Leihgabe für zehn Jahre überlassen. "Die Bilder wollen nicht an ihrer eigenen Schönheit sterben. Sie wollen betrachtet und genossen werden", so sein Credo.

Im Dezember 2000 kaufte die Stiftung die auf 1,5 Milliarden Mark geschätzte Sammlung für einen – wie es damals hieß – eher symbolischen Preis von 253 Millionen Mark (129 Millionen Euro). Kernstück sind mehr als hundert Werke von Picasso aus allen Schaffensperioden, darunter "Sitzender Harlekin" (1905) oder "Der gelbe Pullover" (1939), ein Porträt seiner Geliebten Dora Maar.

Nach Berggruens Tod 2007 erweiterten seine Erben, darunter Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen, die Sammlung um zahlreiche Leihgaben.

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