„Bob, der Streuner“ erzählt die wahre Geschichte einer massiven, aber unwiderstehlich charmanten Wettbewerbsverzerrung. Sie beginnt, als der Londoner Straßenmusiker und Junkie James (Luke Treadaway) im Rahmen eines Methadon-Programms eine der begehrten Sozialwohnungen bekommt. Er kann sein Glück kaum fassen.
Doch schon in der ersten Nacht dringt ein penetranter Mitbewohner bei ihm ein und macht keine Anstalten, wieder zu gehen. Im Gegenteil, der rot getigerte Straßenkater folgt seinem neuen Herrchen fortan auf dem Fuß. Zunächst scheut James die Verantwortung und weiß nicht, wie er mit der Zuneigung des Tieres umgehen soll. Doch bald ist das Eis gebrochen. James tauft den Kater auf den Namen Bob, sie werden unzertrennlich. Als Straßenmusiker mit Haustier steigen die beiden zur lokalen Prominenz in Covent Garden auf, verdienen gutes Geld und wecken zudem das Interesse der tierliebenden, wenn auch hoch allergischen Nachbarin.

Doch dem nahenden Happy End stellen sich James Drogenproblem, die Tücken der Bürokratie und missgünstige Schlägertypen in den Weg. James verliert seine Lizenz. Er muss sich ohne Gitarre als Straßenmagazinverkäufer durchschlagen. Auch dabei sitzt Bob stets auf seinen Schulter, zieht schaulustige Käufer an, aber auch den Neid der katzenlosen Konkurrenz auf sich.
Diese Verfilmung von James Bowens autobiografischem Bestseller „Bob, der Streuner“ hätte leicht in Rührseligkeit abrutschen können. Doch der einstige James-Bond-Regisseur Roger Spottiswoode hält von Beginn an einen stimmigen Ton durch, der sowohl an das dokumentarische Musikdrama „Once“ erinnert als auch an die präzisen Milieustudien eines Ken Loach. Wenn man dann noch bedenkt, dass sich Kater Bob hier mit beeindruckender Präsenz tatsächlich selbst spielt, kommt man nicht umhin, vor diesem kleinen Wunder von einem Film den Hut zu ziehen.


