BER-Debakel

Neue Spekulationen um BER-Eröffnung

Wieder gibt es Spekulationen um den Eröffnungstermin des BER. Wieder geht es um den Brandschutz - dieses Mal die „Dunkelklappen“.

Blick in das BER-Terminal

Foto: dpa Picture-Alliance / Patrick Pleul / picture alliance / dpa

Blick in das BER-Terminal

Berlin/Schönefeld.  Über die für Herbst 2017 angekündigte Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens BER in Schönefeld darf einmal mehr spekuliert werden. Erneut soll die Brandschutztechnik im Terminalgebäude den Zeitplan in Frage stellen. Das will die "Bild am Sonntag" erfahren haben und beruft sich dabei auf ein internes Schreiben aus der Flughafengesellschaft. Darin sollen Bedenken gegen den Einbau sogenannter Dunkelklappen geäußert worden sein, über die bei einem Brand mit Hilfe von Ventilatoren giftige Gase nach draußen geleitet werden. Die Klappen würden bereits im sogenannten A-Riegel des Hauptterminals eingebaut, ohne dass dafür eine baurechtliche Genehmigung vorliege, schreibt die "BamS".

Ein Sprecher der Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg (FBB) bestätigte den Einbau von 24 Klappen, wies aber den Vorwurf einer fehlenden Genehmigung gegenüber der Berliner Morgenpost entschieden zurück. "Die Unterstellung, dass eine Zulassung fehlt, ist unzutreffend. Das Bauordnungsamt hat den Einbau zu Testzwecken genehmigt", sagte FBB-Sprecher Daniel Abbou der Berliner Morgenpost. Alle Beteiligten einschließlich der zuständigen Behörde hätten ein hohes Interesse an der Überprüfung der Funktionstauglichkeit. Die Tests seien bislang erfolgreich verlaufen. Abbou bestätigte, dass für die abschließende Inbetriebnahme der Klappen eventuell eine "Zulassung im Einzelfall" erforderlich sei. Dies sei aber eingeplant und habe keine Verzögerung bei der Fertigstellung des BER zur Folge.

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Wie berichtet, liegen die Arbeiten am neuen Hauptstadt-Airport vor allem wegen der Insolvenz einer wichtigen Gebäudetechnik-Firma etwa vier Monate hinter dem ursprünglichen Fertigstellungsplan. Da darin aber ein zeitlicher Puffer enthalten ist, sei eine BER-Eröffnung im zweiten Halbjahr 2017 noch zu schaffen, versicherte Flughafenchef Karsten Mühlenfeld mehrfach. Als entscheidend für den Bestand des Terminplans wird von der FBB angesehen, ob bis Anfang Juni die beiden Nachträge zur Baugenehmigung geprüft und bestätigt sind.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) zeigt sich durchaus zuversichtlich. Die Geschäftsführung der Flughafengesellschaft werde alles tun, den Zeitplan am BER zu halten. "Statt ständig über Eröffnungstermine zu orakeln, sollten wir die Geschäftsführung so gut unterstützen, dass es mit dem avisierten Zeitpunkt klappt", sagte er im Gespräch mit der Berliner Morgenpost. Aus dem jüngsten Bericht des brandenburgischen Rechnungshofes gehe aber auch ganz klar hervor, dass der Flughafen nicht "politisch" eröffnet werden könne. "Die technischen Voraussetzungen dafür müssen stimmen. Da bleibt noch einiges zu tun", sagte Woidke.

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