Pannenflughafen Woidke will Nachtflugverbot am BER verschärfen

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke fordert mehr Ruhe für Anwohner: Am Flughafen BER soll es keine Flüge von Mitternacht bis 6 Uhr geben. Woidke will das Thema nun neu verhandeln.

Brandenburg will das Nachtflugverbot am künftigen Hauptstadtflughafen BER doch ausweiten. "Mehr Nachtruhe am BER ist und bleibt mein Ziel", sagte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) im Interview mit der Berliner Morgenpost.

"Es geht um eine Handvoll Flüge. Deren Verlegung bringt den Flughafen nicht in wirtschaftliche Schwierigkeiten, schafft aber eine längere Ruhezeit", so Woidke. Ein Projekt dieser Größenordnung komplett gegen sein Umfeld durchzusetzen, sei heutzutage nicht Erfolg versprechend, sagte der Ministerpräsident.

In der vergangenen Legislaturperiode war es Brandenburg nicht gelungen, mehr Nachtruhe zu erreichen. Die rot-rote Koalition hatte die Forderung nach einem Nachtflugverbot für den BER erstmals vor der Landtagswahl im September bei den Flughafen-Miteigentümern Berlin und Bund vorgebracht. Der Landtag nahm zuvor Anfang 2014 überraschend das entsprechende Volksbegehren an. Es sah vor, dass zwischen 22 Uhr abends und 6 Uhr morgens keine regulären Flüge vom und zum BER stattfinden.

Regierungschef Woidke legte nach dem Scheitern der Verhandlungen einen Kompromiss vor: Statt drei Stunden wolle Brandenburg als Kompromiss nun noch eine Stunde Nachtruhe mehr durchsetzen – bis 6 Uhr. Derzeit ist eine Flugpause von Mitternacht bis 5 Uhr vorgesehen.

Woidke glaubt an BER-Start im zweiten Quartal 2017

Der Ministerpräsident will das nun erneut verhandeln – mit dem neuen Berliner Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD). "Wir sind in intensiven Gesprächen", sagte Woidke. Unter Müllers Vorgänger Klaus Wowereit (SPD) war Brandenburg mit seiner Forderung gescheitert. Auch der Bund war damals gegen mehr Nachtruhe am BER.

Woidke zeigte sich optimistisch, dass der BER unter dem künftigen Flughafenchef Karsten Mühlenfeld im zweiten Quartal 2017 eröffnet werden kann.

Vorige Woche hatten Berlin und Brandenburg gegen den Bund für den früheren Rolls-Royce-Manager Karsten Mühlenfeld als neuen Flughafenchef gestimmt. Woidke sagte auch deutlich, was er von dem Vorschlag des Bundesverkehrsministers Alexander Dobrindt (CSU) hält, nach der BER-Eröffnung Leipzig als Zweitflughafen zu nutzen: "Gar nichts."

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