08.02.13

Pannenflughafen BER

Tegel bleibt vorerst Berlins Hauptstadtflughafen

Die Flughafengesellschaft will bis zu 50 Millionen Euro in Tegel investieren. Damit sind die Hoffnungen auf eine baldige BER-Eröffnung begraben.

Von Viktoria Solms
Foto: dpa

Tegel erfreut sich on des BER-Debakels wachsender Beliebtheit
Tegel erfreut sich trotz des BER-Debakels wachsender Beliebtheit

Es klingt erst mal wie eine gute Nachricht. Die Flughafengesellschaft will rund 40 Millionen Euro in Tegel investieren. Nach neuen Informationen der "Bild"-Zeitung könnten es am Ende sogar bis zu 50 Millionen Euro sein. Ein genauer Betrag steht aber noch nicht fest.

Doch die Flughafengesellschaft will es sich etwas kosten lassen, Passagieren und Airlines in Tegel künftig etwas mehr Komfort bieten zu können. Vor allem die beiden größten Airlines am Standort, die Lufthansa und Air Berlin, hatten Druck auf die Berliner Flughafengesellschaft ausgeübt.

Das heißt aber auch: Tegel wird doch länger als geplant der Hauptstadtflughafen bleiben. "Wenn die Flughafengesellschaft bereit ist, einen solch hohen zweistelligen Millionenbetrag für Tegel auszugeben, bedeutet das auch, dass die Hoffnungen auf eine Eröffnung des BER in 2014 nun endgültig begraben sind", sagt Andreas Otto, Verkehrsexperte der Grünen.

Für die Anwohner ist es eine schlechte Nachricht

Zwar will BER-Technikchef Horst Amann frühestens in diesem Sommer einen Starttermin für den neuen Hauptstadtflughafen festlegen. Dabei war es bislang nicht gänzlich ausgeschlossen, dass im nächsten Jahr das erste Flugzeug vom BER abheben wird. Zumal die für Juni 2012 geplante Eröffnung nur rund drei Wochen vor dem Termin abgesagt worden war.

Für die Anwohner rund um den Airport Tegel ist es ebenfalls eine schlechte Nachricht. Denn sie werden nun noch länger den Fluglärm ertragen müssen. Dabei hatte es in den vergangenen Wochen eine Diskussion darüber gegeben, ob nicht bestimmte Flüge nach Schönefeld verlagert werden sollten.

So forderte unter anderem der Generalsekretär der Berliner CDU, Kai Wegner, die Flughafengesellschaft auf, die Airlines etwa mit niedrigeren Gebühren nach Schönefeld zu locken und Tegel dadurch zu entlasten. Dazu wird es nun offenbar nicht kommen.

Der Flughafen Tegel arbeitet seit Jahren schon am Rande seiner Leistungsfähigkeit. Als der sechseckige Flughafen gebaut wurde, ging man von fünf Millionen Passagieren im Jahr aus. Doch im Jahr 2011 waren es fast viermal so viel. Die Airlines hatten ihr Streckenangebot in Erwartung des BER teils deutlich ausgeweitet. Dieser Verkehr muss nun weiter über Tegel abgewickelt werden. Zuletzt häuften sich daher Beschwerden über liegen gebliebenes Gepäck und Verspätungen.

Aufsichtsrat tagt

Der BER-Aufsichtsrat will bei seiner bevorstehenden Sitzung am Mittwoch diesbezüglich konkrete Beschlüsse fassen. Zudem will sich das Kontrollgremium von Technikchef Amann die weitere Entwicklung auf der Baustelle erläutern lassen.

Ein neuer Flughafenchef wird dagegen sehr wahrscheinlich nicht benannt werden. Zwar hat die Flughafengesellschaft bereits eine Personalberatung mit der Suche nach geeigneten Kandidaten beauftragt. Doch die Gespräche sollen sich noch im Anfangsstadium befinden. So soll unter anderem der Chef des Wiener Flughafens, Julian Jäger, zur engeren Auswahl gehören.

Auch bei der Personalie Wilhelm Bender steht eine Entscheidung an. Der ehemalige Fraport-Chef will zwar nicht die Leitung des BER übernehmen, doch soll er einem Expertengremium angehören, das den Aufsichtsrat künftig berät.

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