15.11.12

Airport-Debakel

Bauaufsicht am BER sieht große Probleme beim Brandschutz

Die Brandschutzanlage am BER macht weiter Probleme. Tests waren nicht erfolgreich. Die Bauaufsicht hält den Termin 2013 aber für möglich.

Von J. Fahrun, G. Mallwitz und V. Solms
Foto: dapd

Noch wie vor hapert es am Brandschutz
Noch wie vor hapert es am Brandschutz

Der Brandschutz bleibt das größte Problem auf dem Weg zur Eröffnung des BER: Die bisher durchgeführten Tests an der Brandschutzanlage sind nicht erfolgreich verlaufen. "Es gab noch Probleme", sagte der für die baurechtlichen Genehmigungen am neuen Flughafen zuständige Landrat, Stephan Loge (SPD), Morgenpost Online. Er hält die Eröffnung am 27. Oktober 2 013 dennoch für "machbar." Es gebe jedoch "am BER noch große Probleme beim Brandschutz zu lösen": An mehreren Stellen wurden die Baugenehmigungen missachtet. Ob die Behörde im Nachhinein eine Genehmigung für die Veränderungen erteilt, sei noch offen. "Wir sind dabei dies zu prüfen", so der Landrat des Kreises Dahme-Spreewald. "Hier haben sowohl die Planung als auch die Kontrolle der Bausausführung und die Bauleitung versagt."

Am Dienstag hatte der neue Technikchef des BER, Horst Amann, nach einer Krisensitzung erklärt, die Eröffnung im Oktober 2013 sei machbar, aber "kein Selbstläufer". Amann will Loges Behörde nun durch weitere Tests überzeugen, dass die Brandschutzanlage funktioniert.

Amann kann überzeugen

Eine Ursache für die bisherigen Probleme könne sein, "dass es im Bauablauf ständig Änderungen gab", so Landrat Loge. "Flughafenchef Rainer Schwarz ging wohl bis zuletzt auf die Wünsche der Mieter und Airlines ein." Sogar Ende 2011 sei noch "eine große Änderung im Bauplan vorgenommen" worden. "Doch wenn man ein Teil verändert, beeinflusst dies das ganze Konstrukt", sagte Loge. "Am Ende waren weite Teile der Brandschutzanlage nicht funktionsfähig."

Loge zeigte Vertrauen in die Arbeit Amanns. Dieser ist seit 1. August am BER tätig und "nach wie vor damit beschäftigt, die Mängel bis ins Details zu erfassen." Das sei "eine mühsame und zeitaufwendige Arbeit, bei der es immer wieder zu Überraschungen kommen kann."

Wowereit erhebt Vorwürfe gegen Firmen

Unterdessen hat Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) den beteiligten Baufirmen eine wesentliche Mitverantwortung an den Problemen beim Bau des BER zugewiesen. Die Politik sei für vieles verantwortlich, gebaut werde jedoch von Baufirmen. "Es sind die namhaftesten Technikfirmen beteiligt, die namhaftesten Prüfer und Planer", sagte Wowereit bei der 6. Berliner Wirtschaftskonferenz im Roten Rathaus. "Da muss es auch mal eine Verantwortung dafür geben, dass all diese wunderbaren Unternehmen auch mal in der Lage sind, eine Entrauchungsanlage hinzukriegen", sagte der Aufsichtsratsvorsitzende der Flughafengesellschaft. Namhafte deutsche Firmen wie Siemens, Bosch und Imtech hatten Bestandteile für Gewerke der Brandschutzanlage geliefert. Gravierende Probleme beim Brandschutz hatten zur Absage der für Juni geplanten BER-Eröffnung geführt.

Wowereit räumte ein, dass es weiter Irritationen um den Eröffnungstermin des BER geben werde: "Wenn alle Probleme schon gelöst wären, hätten wir schon eröffnet." Die Probleme mit der Brandschutzanlage und der Entrauchungsanlage seien nicht neu. Der 27. Oktober 2013 bleibe zwar der Eröffnungstermin. Aber, so Wowereit, "wenn jemand sagt, das glaube ich nicht, dann kann ich das nachvollziehen". Viel Kapital und Glaubwürdigkeit seien verloren gegangen.

Platzeck verteidigte sich gegen Vorwürfe

Auch Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) sieht für den Hauptstadtflughafen weiterhin Unwägbarkeiten. Unter anderem stünden im Dezember und Januar noch Tests der Entrauchungsanlage an. Niemand könne vorhersehen, ob dann noch Arbeiten nötig seien, sagte Platzeck in der Fragestunde des Potsdamer Landtags. Das Baugeschehen bleibe ein schwieriger Prozess.

Platzeck verteidigte sich gegen Vorwürfe wegen angeblich vorenthaltener Informationen zu Brandschutzproblemen. Der Schreiben der Firma hhpberlin zu neuen Brandschutzproblemen sei bei der vergangenen Aufsichtsratssitzung am 1. November kein Thema gewesen, da es erst zwei Tage zuvor bei der Flughafengesellschaft eingegangen sei, sagte er. Eine gründliche Prüfung sei für Flughafen-Technikchef Amann bis dahin nicht möglich gewesen.

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