Nachdem ein Hundehalter erfolgreich gegen das Hundeverbot an Schlachtensee und Krumme Lanke geklagt und das Gericht die Regelung gekippt hat, lenkt die Fraktion der Grünen jetzt ein. Sie schlägt eine Kompromisslösung vor. So sollen Hunde in der Zeit vom 16. Oktober bis 14. März an der Leine auf dem Uferweg mitgeführt werden dürfen. Zwischen dem 15. März und dem 15. Oktober soll das Ufer den Badenden, Kindern und Erholungssuchenden gehören – Hunde sind in diesem Zeitraum verboten. Die Regelung ist nur für das südliche Ufer vorgesehen, die nördliche Seite gehört den Forsten. Mit ihnen soll es Gespräche geben, um die Regelung auf das Nordufer zu übertragen.

Vorschlag im Einvernehmen mit der Stadträtin

„Wir schlagen im Einvernehmen mit Stadträtin Christa Markl-Vieto (Grüne) eine Kompromisslösung vor, die den Wünschen tausender Erholungssuchender ohne Hund und ihren Erfahrungen im letzten Sommer ebenso gerecht wird wie auch den Interessen der Hundebesitzer“, sagt der Fraktionsvorsitzende Uwe Köhne. Er sei zwar im Herzen weiterhin für ein ganzjähriges Verbot der Hunde. Nach dem Urteil müssten sich die Grünen aber kompromissbereit zeigen. Ab den Osterferien im Frühling bis in den Herbst hinein hätten die Badenden, Sonnenhungrigen, Kinder und Spaziergänger Vorrang an den Seen. Mit dieser Regelung würden zudem die Natur und speziell die Vögel mit ihren Nist- und Brutzeiten im Uferbereich geschützt.

Sommer-Winter-Regelung ist eine alte Idee

Der Vorschlag einer Sommer-Winter-Regelung ist nicht neu. Bereits vor einem Jahr hatte Frank Kuehn, Anwohner und Gründer der Initiative „Hunde am Schlachtensee“ diesen Kompromiss der Grünen-Stadträtin Christa Markl-Vieto unterbreitet. Doch diese hatte immer wieder betont, dass sie beim Hundeverbot an den Seen zu keinerlei Kompromissen bereit sei. Daraufhin zog Frank Kuehn vor Gericht und erreichte, dass das Verbot ganz aufgehoben werden musste, weil die rechtliche Grundlage nicht gegeben war.

Bereits einen Tag nach dem gewonnenen Prozess lenkten die Bezirksverordneten von CDU und SPD ein. Beide Fraktionen schlugen eine saisonale Regelung vor. Zu diesem Zeitpunkt blieben die Grünen hart: Nach dem verlorenen Prozess wollten sie prüfen lassen, ob das Hundeverbot über das Grünanlagengesetzt durchgesetzt werden könne. Gescheitert waren sie vorher, die gesamten Uferbereiche zur Badestelle zu erklären, um damit ein Verbot über das Berliner Hundegesetz zu erreichen.

Gespräche mit allen Beteiligten

Jetzt, nachdem das Gericht erlaubt hat, Hunde das ganze Jahr wieder mit an die Seen zu nehmen, können sich die Grünen schließlich einen Kompromiss vorstellen. Es habe zwischenzeitlich Gespräche gegeben, bei denen Senat, Bezirk, die Erna-Graff-Stiftung für Tierschutz und die Berliner Schnauzen mit am Tisch saßen, sagt Frank Kuehn. Dort habe er einen Vorschlag eingebracht, der allen Seiten gerecht werden würde. Zum derzeitigen Zeitpunkt sei darüber noch Vertraulichkeit vereinbart.