Am Sonnabend sollen sie Steine und Farbbeutel auf das Amtsgericht und das Rathaus an der Neuköllner Karl-Marx-Straße geworfen haben – nun sind vier Tatverdächtige wieder frei. Das teilte die Polizei am Montagmorgen mit.

Die vier vorübergehend Festgenommenen gehörten zu einer viel größeren Gruppe von bis zu 50 Vermummten, die am Abend die beiden Gebäude attackiert hatten. Auch die Fensterscheiben von zwei Banken wurden mit Pflastersteinen eingeworfen und das Einkaufszentrum Neukölln Arcaden angegriffen.

Die Ermittlungen laufen jedoch weiter. Der Staatsschutz prüft nun, ob es einen Zusammenhang mit einer ähnlichen Attacke auf eine Polizeiwache in Leipzig am 7. Januar gibt. An den Berliner Tatorten waren nach Angaben der Polizei entsprechende Flugblätter gefunden worden.

Darauf wird an Oury Jalloh erinnert: Der Asylbewerber aus Sierra Leone war vor zehn Jahren in einer Dessauer Polizeizelle verbrannt. Die Verfasser des Schreibens werfen der Polizei staatliche Gewalt vor und fordern Klarheit über die Todesumstände.

Bodo Pfalzgraf, Vorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft Berlin, sagte zu dem Vorfall: „Wenn in der deutschen Hauptstadt eine Gruppe von 50 verblendeten Linksextremisten ausreicht und ohne spürbare gesellschaftliche und politische Reaktion ganze Stadtviertel in Schrecken versetzen, dann will ich von allen politisch Verantwortlichen das gleiche Engagement sehen, wie in Sachen Pegida! Der Staat muss seine Bürger gegen alle extremistischen Bestrebungen schützen", erklärte er in einer Mitteilung.

Randale zu Silvester

Noch immer gibt es keine heiße Spur zu einer Gruppe von rund 20 bis 30 Personen, die in der Silvesternacht vermummt durch die Friedrichshainer Straßen zogen und mehrere Fahrzeuge und Baucontainer in Brand setzten. Die Randalierer hatten den Mitarbeiter eines Sicherheitsunternehmens und ein Fahrzeug der Polizei angegriffen.

tal/mim