Brennende Autos, Angriffe auf Polizisten, gewalttätige Auseinandersetzungen – Anwohner der Rigaer Straße in Friedrichshain sprechen mit Blick auf die Vielzahl der Vorkommnisse bereits von einer „Normalität“. Und wieder ist die Straße, die parallel zur Frankfurter Allee verläuft, zum Schauplatz eines Großeinsatzes der Polizei geworden. Am frühen Sonnabendmorgen ist es an der Rigaer Straße in Friedrichshain zu einer politisch motivierten Massenschlägerei gekommen. Nach bisherigen Kenntnissen waren insgesamt bis zu 60 Personen daran beteiligt.
Eine Menschengruppe von ungefähr 40 Personen aus dem rechten Spektrum zog nach Polizeiangaben geschlossen gegen 7.30 Uhr vom Frankfurter Tor durch die Rigaer Straße. Nach Zeugenaussagen sollen sie rechte Parolen gerufen haben. Dort stießen sie wenig später auf Anhänger der linksautonomen Szene. Nach Angaben einer Polizeisprecherin gingen die Beteiligten mit Flaschen und Holzlatten aufeinander los. Dabei seien auch Flaschen und Steine geflogen. Einsatzkräfte von zwei Hundertschaften der Polizei wurden alarmiert und mussten eingreifen. Die Bilanz der Massenschlägerei: 44 Festnahmen.
Unter den Festgenommenen war auch eine Frau. Ein 23-jähriger Mann wurde verletzt und musste ambulant in einem Krankenhaus behandelt werden. 41 festgenommene Personen ordneten die Ermittler dem rechten Spektrum zu. Ein Großteil der Festgenommenen sei der Polizei durch rechtsgerichtete Aktivitäten bereits bekannt, teilte eine Polizeisprecherin mit. Sie gehören in Teilen der gewaltbereiten rechten Szene an, heißt es bei der Polizei.
Bis zum späten Vormittag war die Polizei damit beschäftigt, die 44 Festgenommenen zur Gefangenensammelstelle (Gesa) am Tempelhofer Damm zu transportieren.
Dort wurden sie erkennungsdienstlich behandelt. Zum Hintergrund der Auseinandersetzungen liegen derzeit noch keine Erkenntnisse vor. Der Polizeiliche Staatsschutz wurde eingeschaltet. Ermittelt wird unter anderem wegen des Verdachts des schweren Landfriedensbruchs.
Rigaer Straße – Angriffe auf Polizisten und Streifenwagen
Die Rigaer Straße ist seit Langem bekannt für die Übergriffe Linksautonomer auf Polizisten. Erst Anfang September hatten Unbekannte vom Dach eines Wohnhauses an der Ecke Samariterstraße ungefähr 30 Pflastersteine auf einen Funkwagen der Polizei geworfen. Motorhaube, Kühlergrill und das Blaulicht des Streifenwagens wurden beschädigt. Die Polizisten blieben unverletzt. Während sich die Funkwagenbesatzung in Sicherheit bringen konnte, flüchteten die Täter unerkannt. Mit Helmen geschützte Beamte einer Einsatzhundertschaft sicherten anschließend den Tatort, während Kriminalpolizisten die Steine als Spurenträger sicherten.
Ende Juli wurden Polizisten offenbar in eine regelrechte Falle gelockt. Erst setzten unbekannte Täter drei Autos in Brand, dann attackierten sie die Polizisten, die den Einsatzort während der Löscharbeiten absperrten. Die Unbekannten bewarfen sie mit Steinen. Das Feuer, das die Randalierer gelegt hatten, drohte auch auf ein Wohnhaus überzugreifen. Anwohner berichteten, dass sehr häufig Autonome durch die Straße zögen und mit Steinen und Böllern werfen würden.
Nur kurze Zeit nach der Brandstiftung beschädigten Randalierer ein weiteres Auto, einen Motorroller, einen Baum und ein Straßenschild.

