Charlottenburg-Wilmersdorf

Tim Renner entscheidet SPD-Mitgliederbefragung für sich

Der frühere Kultur-Staatssekretär hat die Mitgliederbefragung knapp für sich entschieden. Jetzt folgt die Stichwahl.

Tim Renner

Tim Renner

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Berlin. Wird Tim Renner oder Ülker Radziwill Direktkandidat der SPD Charlottenburg-Wilmersdorf für den Bundestag? Die Entscheidung ist noch nicht gefallen, trotz der Mitgliederbefragung am Sonntag. Der einstige Kultur-Staatssekretär und Musik-Produzent erhielt die meisten Stimmen. Doch eine deutliche Mehrheit konnte er nicht verbuchen. 223 Sozialdemokraten entschieden sich für Renner. Die Abgeordnete Ülker Radziwill bekam 211 Stimmen. Die endgültige Wahl soll auf einer Wahlkreiskonferenz am 17. März stattfinden. 130 Teilnehmer werden abstimmen.

Bei der Mitgliederbefragung am Sonntag konnten die Sozialdemokraten aus dem Bezirk zwischen 10 und 17 Uhr ihre Stimme abgeben und sich für einen von fünf Bewerbern entscheiden. Die hatten sich im Januar und Februar in zwei Mitgliederforen vorgestellt. Der Abgeordnete Daniel Buchholz bekam 146 Stimmen. Ex-Baustadtrat Marc Schulte hatte 113 Befürworter, nur 69 der Ex-Juso-Vorsitzende Fabian-Schmitz-Grethlein, der Bereichsleiter beim Verband kommunaler Unternehmen ist. Die Abstimmungskabine war im SPD-Kreisbüro im Rathaus Charlottenburg an der Otto-Suhr-Allee aufgestellt. Über die Beteiligung wollte man sich im Kreisbüro am Sonntag nicht äußern. Es sei eine parteiinterne Veranstaltung, hieß es kurz und bündig.

Renner ist erst seit 2009 Mitglied der SPD

Tim Renner ist erst seit Mai 2009 Mitglied der SPD. Er gab kurz nach 14 Uhr seinen Stimmzettel ab. Er sehe die Befragung mit "gelassener Anspannung", so der 52-Jährige. "Entweder trinke ich heute Abend darauf, dass es geklappt hat, oder darauf, dass es nicht geklappt hat", sagte er. Renner ist erst seit Mai 2009 Mitglied der SPD. Er führte zwei Jahre lang die Senatskulturverwaltung, zunächst für Klaus Wowereit und dann bis zum Ende der vergangenen Legislaturperiode für Michael Müller. Im neuen Senat war kein Platz mehr für ihn, weil das Kulturressort im Rahmen der Koalitionsverhandlungen wieder eigenständig wurde und zudem mit Klaus Lederer an einen Politiker der Linkspartei ging.

Renners Themen sind die Digitalisierung der Arbeitswelt und ihre Folgen. Digitalisierung habe er als Chef der größten deutschen Plattenfirma hautnah erlebt, so Renner auf seiner Homepage. Er will sich für die faire Bezahlung von Künstlern einsetzen und etwas für die Altersabsicherung von Freischaffenden tun. Auch das Thema Wohnen beschäftigt ihn. Die Mietpreisbremse müsse endlich Zähne bekommen und Mieten so gedrosselt werden, so dass sie bezahlbar bleiben, meint Renner. Tim Renner ist in Berlin geboren und hat die ersten Lebensjahre in Wilmersdorf verbracht. Er lebte lange in Hamburg, kam mit Universal Music Deutschland 2002 nach Berlin.

Zur Bundestagswahl vor vier Jahren war Ülker Radziwill von der SPD nominiert worden, doch der Ex-Baustadtrat von Charlottenburg-Wilmersdorf, Klaus -Dieter Gröhler (CDU), holte das Direktmandat in dem Wahlkreis. Er tritt erneut im September 2017 an. Ob gegen eine Herausforderin oder einen Herausforderer, das weiß er demnächst.

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