Das illegale Zeltlager an der Heilbronner Straße in Charlottenburg wird nicht zwangsweise geräumt. „Wir bevorzugen eine friedliche Lösung“, sagte Sozialstadtrat Carsten Engelmann (CDU) am Mittwoch. Der Grundstückseigentümer hatte zunächst die Räumung des Geländes zum 31. Mai angekündigt. Dort leben seit etwa zwei Jahren rund 40 Personen, die überwiegend aus Rumänien und Bulgarien stammen, in provisorischen Behausungen.

Der Bezirk sei in engem Kontakt mit dem Verein „Amaro Foro“, der Roma in Berlin betreut. „Mittlerweile wollen acht Personen aus dem Lager wieder zurück in ihre Heimat reisen. Weitere haben inzwischen signalisiert, sich in den nächsten Tagen ebenso zu entscheiden. Die Reisekosten werden wir übernehmen“, erläuterte der Stadtrat die aktuelle Entwicklung. Bis Mitte Juni sollen laut Engelmann die meisten Bewohner das Camp verlassen haben.

Zelte aus Planen und Paletten - Hier wohnen 40 Menschen

Oben rauscht die Bahn vorbei, unten wohnen Menschen in behelfsmäßigen Behausungen.
Oben rauscht die Bahn vorbei, unten wohnen Menschen in behelfsmäßigen Behausungen.© Steffen Pletl
Diese haben sie aus Planen, Paletten und alten Decken zusammengebaut.
Diese haben sie aus Planen, Paletten und alten Decken zusammengebaut.© Steffen Pletl
Tagsüber ist das Camp leer. Die Bewohner sind in der Stadt - vermutlich um zu Betteln.
Tagsüber ist das Camp leer. Die Bewohner sind in der Stadt - vermutlich um zu Betteln.© Steffen Pletl
Ihre wenigen Habseligkeiten haben sie zurückgelassen. Ein großes Problem hier...
Ihre wenigen Habseligkeiten haben sie zurückgelassen. Ein großes Problem hier...© Steffen Pletl
...ist auch die Hygiene. Das Gesundheitsamt war schon da, Rattenbekämpfer auch.
...ist auch die Hygiene. Das Gesundheitsamt war schon da, Rattenbekämpfer auch.© Steffen Pletl
Auch Blumen können über die Tristesse dieses Ortes nicht hinwegtäuschen.
Auch Blumen können über die Tristesse dieses Ortes nicht hinwegtäuschen.© Steffen Pletl
Wegen der problematischen Situation soll das Camp geräumt werden. Linke Aktivisten haben die Aufforderung beschmiert.
Wegen der problematischen Situation soll das Camp geräumt werden. Linke Aktivisten haben die Aufforderung beschmiert.© Steffen Pletl

Mitglieder des Vereins „Amaro Foro“ hätten in Gesprächen mit den Bewohnern unter anderem über deren Perspektiven für den Arbeitsmarkt beraten. Angesichts kaum vorhandener Sprachkenntnisse haben sich nun etliche Menschen zur Rückkehr in ihre Heimat entschieden, so Carsten Engelmann weiter.

Auf dem Privatgrundstück zwischen einem Gewerbegebiet und der S-Bahntrasse nahe dem Westkreuz war ein aus Planen, Paletten und alten Matratzen errichtetes Zeltlager entstanden, ohne Wasseranschluss und Kanalisation.

BM