Öffentlicher Nahverkehr

Wo die BVG ihr Angebot in Berlin ausbaut

Mehr Fahrzeuge, dichtere Takte und eine neue Buslinie sollen den öffentlichen Nahverkehr in der Stadt schneller und leistungsfähiger machen.

01.04.2017/ Germany/ Berlin/ Thema Nahverkehr am Alexanderplatz, mit Straßenbahnen photo: David Heerde

01.04.2017/ Germany/ Berlin/ Thema Nahverkehr am Alexanderplatz, mit Straßenbahnen photo: David Heerde

Foto: David Heerde

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) werden ihr Angebot in diesem Jahr deutlich ausweiten. So sind auf zahlreichen Bus-, U-Bahn- und Tramlinien Taktverdichtungen und der Einsatz größerer Fahrzeuge geplant. Unter anderem wird zur Internationalen Gartenausstellung IGA 2017 der morgendliche Fünf-Minuten-Takt auf der U-Bahnlinie 5 (Alexanderplatz – Hönow) ab dem 10. April bis zum Mittag sowie am Nachmittag um je eine Stunde verlängert, um die Besucher der Schau besser und schneller zum Gelände zu transportieren. Das Angebot gilt auch an den Wochenenden. Die IGA eröffnet am 13. April auf dem Gelände der Gärten der Welt und dem Kienberg in Marzahn-Hellersdorf.

Auch auf der stark genutzten Linie U2 (Pankow–Ruhleben) soll der Takt verdichtet werden – allerdings erst, wenn die neuen Züge kommen, kündigte Verkehrsstaatssekretär Holger Kirchner jetzt an. 2015 hatte die BVG mit Mitteln aus dem Sonderinvestitionsprogramm des Landes elf Vierwagen-Einheiten bei Stadler bestellt, die derzeit in Pankow gebaut werden. Die Züge werden voraussichtlich ab Herbst an die BVG ausgeliefert werden.

Auf weiteren Tram- und Buslinien bemühen sich Senatsverwaltung, BVG und die Verkehrslenkung Berlin darum, die Fahrzeuge schneller durch den Verkehr fließen zu lassen. Dazu hat der Senat die "Task Force Beschleunigung" wiederbelebt, in der sich Senat, Bezirke, BVG und Verkehrslenkung Berlin darum bemühen, den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zu beschleunigen. So werden derzeit auf mehreren Linien geänderte Ampelschaltungen geprüft, um die Fahrzeit der Busse zu verkürzen. Der Bus M27 soll demnach noch in diesem Jahr insgesamt neun Minuten schneller zwischen Pankow und Moabit zirkulieren.

Neue Buslinie X36 wird in Spandau eingerichtet

Bereits ab April setzt die BVG zudem mehr Busse auf den Linien 150 (Osloer Straße – Buch) und 200 (Zoologischer Garten – Prenzlauer Berg) ein. Auf der Linie 195 (Marzahn – Kaulsdorf) wird der Zehn-Minuten-Takt länger angeboten als bislang.

Verkehrsstaatssekretär Kirchner kündigte zudem weitere Verbesserungen an. So wird es noch in diesem Jahr mit dem X36 eine neue Buslinie geben, die im Zehn-Minuten-Takt zwischen dem U-Bahnhof Haselhorst über die Wasserstadt bis zum Rathaus Spandau verkehren wird. Die BVG reagiert damit auf steigende Fahrgastzahlen.

"Dort, wo wir eine kontinuierlich steigende Nachfrage beobachten, versuchen wir das Angebot nachzusteuern, sei es über dichtere Takte, manchmal auch über den Einsatz größerer Fahrzeuge", sagte der für das Angebot zuständige BVG-Bereichsleiter Klaus Emmerich. Ein gutes Beispiel sei dafür die Buslinie M41 zwischen Hauptbahnhof und Hermannplatz. Wegen der steigenden Nachfrage hat die BVG hier vom Fünf- und Zehn-Minuten-Takt auf einen Vier- und Acht-Minuten-Takt verdichtet. Das Angebot wird ab 23. April auch auf das Wochenende ausgedehnt.

Taktverkürzung bei Trams schwierig

Auch das Angebot auf den Straßenbahnen M4 und M6 soll besser werden. Allerdings gestaltet sich das schwierig, wie Kirchner im Verkehrsausschuss berichtete. Bei den Linien sei eine Taktverkürzung kaum zu organisieren, da sich viele Linien am Alexanderplatz kreuzen. Dort würde ein Verkehrschaos entstehen, wenn die Straßenbahnen häufiger als alle fünf Minuten verkehrten. Stattdessen sollen auf den Linien größere Fahrzeuge (GT6 in Doppeltraktion) eingesetzt werden, um mehr Passagiere im gleichen Zeitraum befördern zu können.

Die komplette Liste der vom Senat bei der BVG bestellten Angebotserweiterung für dieses Jahr legt die Verkehrsverwaltung in dieser Woche dem Abgeordnetenhaus vor. Insgesamt haben beide Seiten verabredet, das Angebot berlinweit schrittweise um drei Prozent bis 2020 im Vergleich zu 2016 zu erhöhen. Damit soll auf den andauernden Zuzug von Menschen in die Stadt reagiert werden. Noch nicht darin enthalten ist die Anbindung der elf geplanten Entwicklungsgebiete, an denen der rot-rot-grüne Senat mittelfristig insgesamt 37.000 neue Wohnungen bauen will.

Mehr zum Thema:

http://Der_Verkehr_in_Berlin_muss_fließen{esc#210134691}[news]

Zur Startseite
© Berliner Morgenpost 2017 – Alle Rechte vorbehalten.