Online-Dialog

Berliner interessieren sich nicht mehr fürs Tempelhofer Feld

Drei Tage vor Ablauf der Frist ist das Ergebnis des Online-Dialogs dürftig: Nur 43 Kommentare sind zu dem Konzept-Entwurf eingegangen.

Eine deutliche Mehrheit von 740.000 Wählern sprach sich in einer Volksabstimmung gegen eine Randbebauung des Feldes aus

Eine deutliche Mehrheit von 740.000 Wählern sprach sich in einer Volksabstimmung gegen eine Randbebauung des Feldes aus

Foto: Lotta Bauer

Wie soll das Tempelhofer Feld in Zukunft aussehen? Noch bis Mittwoch können Anmerkungen und Kommentare dazu abgegeben werden.

Doch das Ergebnis des vor drei Wochen gestarteten Kommunikationsangebotes ist nur drei Tage vor Ablauf der Frist mehr als dürftig: Bis Sonntag waren auf der Seite www.tempelhofer-feld.berlin.de lediglich 43 Kommentare zu dem Entwurf eingegangen, nach dem der Park künftig gestaltet und unterhalten werden soll.

Vor knapp zwei Jahren hatten sich dagegen noch 1,15 Millionen Menschen an der Volksabstimmung beteiligt. Eine deutliche Mehrheit von 740.000 Wählern sprach sich damals gegen eine Randbebauung des Feldes und für den Gesetzesentwurf aus, nach der das Feld so erhalten werden soll, wie es jetzt ist.

64 Seiten mit Anhängen und Kartenmaterial

Die Unlust, sich am Dialogverfahren zu beteiligen, ist denn wohl auch weniger darauf zurückzuführen, dass die Berliner das Interesse am Feld verloren haben. Immerhin rund 1,5 Millionen Besucher jährlich werden auf dem ehemaligen Flughafenareal gezählt. Dass der Netzdialog so wenig Menschen anspricht, hat offenbar mit dem Entwurf selbst zu tun, der, gegliedert in unzählige Unterpunkte, 64 eng beschriebene Seiten nebst Anhängen und Kartenmaterial füllt. "Kann man so einen Entwicklungsplan nicht in klarer, normaler Sprache abfassen – zum Lesen ein Grauen", lautet denn auch der genervte Kommentar eines Nutzers.

Die wenigen Teilnehmer, die sich davon nicht abschrecken ließen, begrüßten etwa die geplante Beweidung. "Finde ich super. Hoffentlich landen die Schafe dann nicht am Spieß :-)." Oder sie forderten, dass Verkaufs-container, -zelte oder -anhänger begrenzt werden. "Ansonsten haben wir bald mehr Gewerbe als sonst was auf dem Feld." Am kommenden Montag, dem 18. April, von 18 bis 20 Uhr wird der Entwurf in der alten Zollgarage am Columbiadamm öffentlich beraten.

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